Milliardendeal: Goldman Sachs schluckt ETF-Anbieter
Die US-Investmentbank weitet ihr Geschäft im Asset Management aus. Nun kauft das Wall-Street-Institut den amerikanischen ETF-Anbieter Innovator Capital. Das Haus hat sich auf ein stark wachsendes Segment des Marktes spezialisiert.
Die US-amerikanische Großbank Goldman Sachs übernimmt Innovator Capital Management, einen Anbieter börsengehandelter Fonds (ETFs). Die Großbank zahlt zwei Milliarden US-Dollar, teilten die Gesellschaften mit. Das US-Haus Innovator hat rund 150 ETFs auf den Markt gebracht und verwaltet ein Vermögen von 28 Milliarden US-Dollar. Goldman Sachs erweitert damit seine Basis in dem Geschäft. Der Asset-Management-Arm des Instituts bietet selbst ETFs an. Einen Vorstoß in den Service-Bereich mit dem Goldman Sachs ETF Accelerator hatte die Bank aber eingestellt.
Innovator hat sich auf sogenannte Buffer-ETFs spezialisiert, die auch als Defined-Outcome-Produkte bezeichnet werden. Diese bieten über Optionsstrategien Absicherungen und ähneln damit manchen Zertifikate-Strukturen. Während in den USA Buffer-ETFs weiter verbreitet sind, zählen sie in Europa noch zu einer Nische. Lediglich der Anbieter First Trust hat eine ganze Produktreihe auf den Markt gebracht. Global X, Blackrocks iShares sowie J.P. Morgan Asset Management starteten einzelne Strategien.
"Vorsprung ist von Bedeutung"
Mit dem Deal erhofft sich das Wall-Street-Institut, in dem boomenden Segment mitmischen zu können. "Man erhält die bestehende Plattform und den Track Record", sagte Marc Nachmann, weltweiter Leiter Asset und Wealth Management bei Goldman Sachs, in einem Interview mit dem Finanznachrichtendienst "Bloomberg". Innovator verwalte bereits ein großes Volumen und habe eine breite Basis unter Beratern aufgebaut, so Nachmann. "Dieser Vorsprung ist durchaus von Bedeutung."
Die Investmentbank hat in den vergangenen Monaten generell ihr Engagement im Asset Management über Zukäufe und Beteiligungen ausgeweitet. So erwarb das Institut den Venture-Capital-Anbieter Industry Ventures. Zudem knüpfte die Bank eine Kooperation mit dem Fondsanbieter T. Rowe Price und erwarb einen Anteil von gut einer Milliarde US-Dollar. (ert)




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