Portfoliomanager: Das spricht für Mikrokredite im Lokalwährungsformat
Mit Minifinanzierungen einen Entwicklungsbeitrag leisten und dabei eine attraktive Rendite erzielen. Das geht nach Meinung von I-AM-Portfoliomanager Christoph Eckart mit Mikrokreditfonds in Lokalwährungen.
Lokalwährungsanleihen aus Schwellenländern gelten in Zeiten eines schwächelnden Dollar als aussichtsreiche Anlageklasse. Doch Erträge mit Lokalwährungen lassen sich auch über Mikrofinanzfonds erzielen, zeigte I-AM-Portfoliomanager Christoph Eckart auf dem FONDS professionell KONGRESS.
Doppelte Renditeziele
Mikrofinanzfonds verfolgen ein doppeltes Ziel: Ihren Investoren sollen sie handfeste Rendite liefern, zugleich sollen sie auch eine soziale Rendite erzielen. Das Prinzip: Die Fonds finanzieren mit dem Geld ihrer Anleger eine Vielzahl ausgewählter Mikrofinanzinstitute (MFIs) in Frontier und Emerging Markets. Diese wiederum vergeben Kredite an Klein- und Kleinstunternehmen vor Ort und leisten so einen wichtigen Beitrag zu mehreren der nachhaltigen Entwicklungsziele (SDGs) der Vereinten Nationen.
Traditionellerweise erfolgt die Kreditvergabe an die MFIs in Hartwährung. Das verursacht Absicherungskosten, die zwar das Währungsrisiko ausschalten, aber auch das Renditepotenzial belasten. Bei Lokalwährungskonzepten werden die Lokalwährungszinsen und Kursveränderungen dagegen direkt an die Investoren durchgereicht. Damit verschiebt sich das Risiko-Ertrags-Profil deutlich.
Mehr Ertragspotenzial mit Lokalwährungen
Solche Strategien, die das Lokalwährungsrisiko an ihre Anleger weiterreichen, bieten nach Meinung von Eckart ein durchaus interessantes Ertragsprofil und haben in den vergangenen Jahren deutlich höhere Renditen als vergleichbare Fonds auf Euro-Basis erzielt. Das Umfeld mit einem schwachen Dollar unterstütze zudem generell die oftmals höherverzinsten Lokalwährungen. Die Erste Asset Management, zu der I-AM gehört, hat sich zuletzt wiederholt positiv zu EM-Lokalwährungsanleihen geäußert.
Das Konzept kommt zu einer Zeit, in der die lange Jahre erfolgreiche Mikrofinanzbranche in puncto Messung des sozialen Impacts und auch im Hinblick auf die Rendite einiges an Gegenwind erfährt. So ist die Messung des Impacts und die Datenerhebung herausfordernd. Zudem haben gerade Mikrofinanzfonds auf Euro-Basis seit der Zinswende unter relativ schwacher Rendite gelitten, da sie die Zinserhöhungen im Euroraum nicht voll mitgehen konnten. (jh)















