Berechenbarkeit und Verlässlichkeit gelten als notwendige Rahmenbedingungen des Investierens. In den USA scheint beides in den vergangenen zwölf Monaten erodiert zu sein. Die internationale Besorgnis angesichts Trumps politischer Volten mag vor allem auf dessen außenpolitische Aktionen zurückzuführen sein. Aber auch innenpolitisch steht Trump nicht gerade für Beruhigung und das Ordnen der Verhältnisse, wovon vergangenes Jahr der längste Shutdown in der Geschichte der USA zeugt.

Gleichwohl gibt es nach wie vor US-Immobilienfonds, über die deutsche Privatanleger in alle möglichen Nutzungsarten – von Büros über Selbstlager- und Einkaufzentren bis hin zu Wohnimmobilien – in den USA investieren können. FONDS professionell hat die Geschäftsführer von BVT und Pangaea Life, die beide auch nach Beginn der zweiten Trump-Regierung neue US-Wohnimmobilienfonds aufgelegt haben, zu ihren Argumenten befragt.

Der Zufluss an Investivkapital steigt auf Rekordhöhe
"Politische Schlagzeilen mögen in Europa für Unsicherheit sorgen – die operative Realität in unseren Zielmärkten ist eine andere", meint Daniel Regensburger, Geschäftsführer von Pangaea Life. Der Shutdown vergangenes Jahr habe nur öffentliche Einrichtungen betroffen, und alle notwendigen Genehmigungen von behördlicher Seite seien bereits eingeholt, schildert er, sodass der Shutdown für die geplanten Bauvorhaben von Pangaea Life ohne Auswirkungen geblieben sei.

Auch BVT-Geschäftsführer Martin Stoß lässt der Shutdown kalt. Er verweist auf Zahlen des Marktbeobachters Cushman & Wakefield, der davon ausgeht, dass 2025 130 Milliarden US-Dollar in den gewerblichen Immobilienmarkt der USA geflossen sind – nach 95 Milliarden 2024 und davor 107 Milliarden.

Die Finanzierungssituation wird als stabil eingeschätzt
Die Entwicklung der Finanzierungssituation in den USA sehen die beiden Fondsanbieter ebenfalls ganz gelassen, wenn auch vor dem Hintergrund jeweils unterschiedlicher Planungshorizonte. "Wir befinden uns gerade in einem Zinssenkungszyklus der Fed. Das eröffnet positive Aussichten für die Veräußerung der Objekte, die wir planmäßig Mitte 2030 anstreben", sagt Regensburger.

Stoß argumentiert aus einer etwas kurzfristigeren Perspektive: "Wir beobachten aufgrund der stark gestiegenen Zinsen seit Anfang 2023 einen deutlichen Rückgang des Immobilienfinanzierungsvolumens bei US-Banken und Versicherungen." Das habe inzwischen gegenüber 2023 zu einer Halbierung der Zahl fertiggestellter Wohnungen im Class-A-Segment geführt, und auch in den kommenden beiden Jahren werde die Neubautätigkeit allenfalls gering steigen – was das Angebot verknappt. "Ab Mitte 2026 erwarten wir in den meisten Großstadtregionen ein klares Unterangebot an Mietwohnungen mit entsprechenden Auswirkungen auf die Mietpreise", sagt Stoß. Der Verkauf der bis dahin fertiggestellten Wohnungen an institutionelle Anleger treffe dann auf "ein sehr attraktives Investitionsumfeld". (tw)


Weitere Einschätzungen der beiden US-Wohnungsmarktspezialisten, beispielsweise zum amerikanischen Mietmarkt oder der steuerlichen Situation deutscher Anleger, die in den USA investieren, und eine Liste mit 82 weiteren Angeboten finden Sie im Sachwertradar der aktuellen Ausgabe 4/2025 von FONDS professionell. Wer bereits angemeldet ist, kann den Text auch hier im E-Magazin lesen.