Shareholder Value: Die wahren Profiteure von KI
Die Frage, welche Unternehmen vom Siegeszug der künstlichen Intelligenz profitieren, ist komplexer als viele meinen. Auf dem FONDS professionell KONGRESS erläuterten Frank Fischer und Sebastian Blaeschke von Shareholder Value Management, wie ein ausgewogenes KI-Portfolio aussehen kann.
Hersteller von Chips und Entwickler großer Sprachmodelle sind nicht unbedingt langfristig die großen Gewinner der KI-Revolution, sagte Sebastian Blaeschke von Shareholder Value Management auf dem FONDS professionell KONGRESS. Auch wenn solche Unternehmen aktuell zu den Profiteuren zählten, sei unklar, wie sich in einigen Jahren deren Wettbewerbsposition darstellt, so der Portfolio- und Research-Chef der Frankfurter Investmentboutique. Bei vielen Anbietern von Applikationen und Plattformen, Daten und Distribution sowie Unternehmen aus der Hardware-Wertschöpfungskette dagegen übertreffen die Chancen die Risiken, so Blaeschke.
KI-Profiteure aus der zweiten Reihe
Als weitere Positiv-Gruppe nannte Blaeschke Geschäftsmodelle, die nicht durch KI ersetzt werden, aber indirekt von ihr profitieren. Beispiele seien Hersteller und Verleiher von Industrieausrüstung oder Chemikalien-Distributeure.
Unter dem Stichwort "KI-Optionalitäten" erfasst Shareholder Value Unternehmen, die mithilfe von KI ihre Innovation beschleunigen und damit das Wachstum steigern können, etwa Firmen aus den Bereichen Diagnostik, Zulieferer für die Arzneimittelherstellung sowie Tiergesundheit.
Schließlich sind laut Blaeschke als Portfoliobestandteil auch solche Unternehmen wichtig, deren Geschäftsmodelle unabhängig von KI gute Perspektiven haben, wie beispielsweise Versicherer und Rückversicherer.
Die Qualität ist wichtiger als der Preis
Shareholder-Value-CEO Frank Fischer ergänzte den Vortrag durch eine Erläuterung der von seinem Unternehmen angewendeten Modern-Value-Strategie. Im Gegensatz zum klassischen Value Investing stehe dabei die Qualität des Unternehmens stärker im Vordergrund als der Kaufpreis, um eine nachhaltige Rendite zu erzielen.
Sein Unternehmen finde solche Firmen unter anderem durch Fokussierung auf strukturelle langfristige Wettbewerbsvorteile, strukturelles wertsteigerndes Wachstum, operative und finanzielle Stabilität sowie Management und Kultur. (dv)




Vortrag am FONDS professionell KONGRESS











