Stimmen zum Fed-Entscheid: "Eine Gratwanderung"
Dass die US-Notenbank den Leitzins senken würde, stand so gut wie fest. Doch wie positiv oder negativ würde der Ausblick von Fed-Chef Jerome Powell und seinen Kollegen ausfallen? FONDS professionell ONLINE fasst die Reaktionen aus der Investmentbranche zusammen.
Die US-Notenbank hat die dritte Zinssenkung in Folge beschlossen. Die Federal Reserve bleibt bei ihrer Prognose, im Jahr 2026 nur eine weitere Lockerung vorzunehmen. Der Offenmarktausschuss votierte am Mittwoch (10.12.) mit neun zu drei Stimmen dafür, den Leitzins um einen Viertelprozentpunkt auf eine Spanne von 3,5 bis 3,75 Prozent zu senken. Zudem hat das Gremium den Wortlaut seines Statements leicht geändert, was auf eine größere Unsicherheit darüber hindeutet, wann der nächste Zinsschritt abwärts erfolgen könnte.
Bei der Pressekonferenz erklärte Fed-Chef Jerome Powell, die Zentralbank habe nun genug getan, um die Wirtschaft gegen Risiken für den Arbeitsmarkt abzusichern, während das Zinsniveau hoch genug bleibe, um den Inflationsdruck weiterhin zu begrenzen. "Diese weitere Normalisierung unseres geldpolitischen Kurses sollte dazu beitragen, den Arbeitsmarkt zu stabilisieren und gleichzeitig die Inflation wieder in Richtung zwei Prozent sinken zu lassen, sobald die Effekte der Zölle vollständig durchgeschlagen haben", sagte Powell. Auf die Frage, ob eine weitere Zinssenkung bereits feststehe, wich Powell einer klaren Antwort aus, fügte aber hinzu, er sehe eine Zinserhöhung derzeit bei keinem Mitglied als Basisszenario.
Was sagen Chefökonomen, Portfoliomanager und Investmentstrategen zum Fed-Entscheid? In der Bilderstrecke oben hat FONDS professionell ONLINE ausgewählte Stimmen zusammengetragen – einfach durchklicken!
An den Märkten haben die Anleger ihre Erwartungen an die Zahl der Zinssenkungen im kommenden Jahr von drei auf zwei reduziert. Der US-Aktienindex S&P 500 schloss um 0,7 Prozent höher und näherte sich damit seinem Rekordhoch. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen sank leicht auf 4,15 Prozent. Nachbörslich korrigierten die Aktienkurse jedoch deutlich, nachdem der Softwarekonzern Oracle enttäuschende Zahlen vorgelegt hatte, was erneute Bedenken am KI-Boom aufkommen ließ.
Die abweichenden Meinungen bei der Fed-Sitzung am Mittwoch und die aktuellen Zinsprognosen machen deutlich, dass unter den Notenbankern Uneinigkeit herrscht: Während die einen die Schwäche am Arbeitsmarkt als größeres Risiko sehen, fürchten andere eher eine weiterhin hohe Inflation. Im Oktober hatte der Offenmarktausschuss der Fed noch formuliert, welche Faktoren er bei der "Prüfung weiterer Anpassungen" berücksichtigen werde. Im Statement von Mittwoch kehrte das Komitee zu einer Formulierung zurück, die zuletzt im Dezember vergangenen Jahres verwendet worden war – unmittelbar vor einer Zinspause. Es sprach davon, "bei der Prüfung des Umfangs und des Zeitpunkts weiterer Anpassungen" diese Faktoren zu berücksichtigen. (bm/Bloomberg)














