Die Stimmung unter Investoren hat sich im laufenden Jahr deutlich verschlechtert, meldet der genossenschaftliche Fondsanbieter Union Investment. Anleger sorgen sich einer aktuellen Umfrage zufolge vor allem über den Brexit und den Schuldenberg der italienischen Regierung. Rund 85 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass der Austritt Großbritanniens der britischen Konjunktur mittelfristig schaden wird. Mehr als jeder Zweite rechnet zudem damit, dass der Brexit auch die verbleibenden EU-Staaten belastet.

Auch in Bezug auf die deutsche Wirtschaft ist die Stimmung durchwachsen. Jeder Dritte glaubt, dass sich die konjunkturelle Lage in Deutschland im kommenden halben Jahr eintrübt. Das sind sechs Prozentpunkte mehr als im letzten Quartal und der höchste Wert seit fast drei Jahren. Immerhin: Rund zwei Drittel der Befragten rechnen nicht mit Auswirkungen auf ihre persönliche Finanzsituation sondern gehen davon aus, dass diese unverändert bleibt. Rund ein Viertel erwartet sogar eine Verbesserung.

Schlechte Stimmung an der Börse
Am Aktienmarkt gewinnen die Pessimisten allmählich die Oberhand. Knapp ein Drittel der Befragten rechnet in den kommenden sechs Monaten mit nachgebenden oder sogar fallenden Aktienkursen. Das sind fünf Prozentpunkte mehr als im Vorquartal und sate 16 Prozentpunkte mehr als vor einem Jahr.

Die Zahl der Optimisten ist auf 22 Prozent gesunken, gegenüber 24 Prozent im Vorquartal und 36 Prozent vor einem Jahr. "Anleger sollten sich durch die politischen Streitigkeiten nicht verunsichern lassen", rät Union-Investment-Geschäftsführer Giovanni Gay. "Aktien bieten auf lange Sicht die höchsten Renditechancen." (fp)