Warburg gibt Teile des Geschäfts an Donner & Reuschel ab
Das Hamburger Traditionshaus M.M. Warburg veräußert einen Teil des Verwahrstellengeschäfts an Donner & Reuschel. Das entsprechende Geschäft mit illiquiden Papieren bleibt jedoch im Hause und soll ausgebaut werden.
Das Bankhaus Donner & Reuschel wird neue Verwahrstelle für insgesamt 33 Publikumsfonds von M.M. Warburg & Co., die in liquide Assets investieren. Der Umzug der Portfolios mit einem Volumen von circa 1,7 Milliarden Euro von der eigenen Verwahrstelle der M.M. Warburg soll im ersten Quartal 2026 abgeschlossen werden, wie beide Institute mitteilen.
Die Übertragung erfolgt vor dem Hintergrund einer Neuausrichtung von Warburg. Die in Hamburg ansässige Privatbank wird sich, wie im Juni bekannt geworden, aus dem Kapitalmarktgeschäft zurückziehen. Der Fokus soll künftig auf dem Private Banking und Corporate Banking liegen. Daher wird die Bank auch keine Kommissionsgeschäfte mehr ausführen, welche sie aber als Verwahrstelle machen muss.
Warburg bleibt Verwahrstelle für illiquide Assets
Ausdrücklich ausgenommen von dem Aus des Verwahrgeschäfts für Fonds mit liquiden Assets bleibt die Verwahrung illiquider Assets. "Unsere illiquiden Assets werden weiterhin durch unsere eigene Verwahrstelle betreut, die bundesweit zu den größten im Segment der Sachwerte-Spezialfonds zählt. Hier wollen wir weiter wachsen", betont Markus Bolder, Vorstand von M.M. Warburg & Co. Die zu übertragenen Fonds werden auch weiterhin von der Kapitalanlagegesellschaft Warburg Invest gemanagt – hieran ändert sich laut einer Sprecherin von M.M. Warburg nichts.
Im Rahmen des Umbruchs bei M.M. Warburg geht auch das Analysehaus Warburg Research samt Mitarbeitern an die Unternehmensgruppe Münchmeyer Petersen, die eine eigene Kapitalmarkt-Boutique aufbauen will, wie die Nachrichtenagentur "Bloomberg" berichtet. Geleitet wird sie von Ebrahim Attarzadeh, einst CEO der Mainfirst Bank. Co-Geschäftsführer wird Felix Pröfrock, zuvor Leiter des Kapitalmarktgeschäfts bei Warburg.
34 Milliarden Euro "Assets under Custody"
Dagegen wächst das verwahrte Vermögen von Donner & Reuschel auf ein Volumen von rund 34 Milliarden Euro. Die Signal-Iduna-Tochter festigt damit laut eigenen Angaben ihre Position als führende Service-Verwahrstelle für Boutiquen-Fonds. Der Fokus liegt auf dem Geschäft mit mittelständischen Asset Managern und Kapitalverwaltungsgesellschaften. Zentral ist dabei die enge Zusammenarbeit zwischen Handel, Kundenbetreuung und Verwahrstellenservice, um flexibel auf individuelle Anforderungen reagieren und maßgeschneiderte Lösungen für die Kunden entwickeln zu können.
"Wir freuen uns sehr, künftig als Verwahrstelle für die liquiden Investmentvermögen zu fungieren, die bislang bei M.M. Warburg & Co. verwahrt wurden. Es beweist, wie leistungsfähig wir in diesem technisch und prozessual herausfordernden Geschäftsfeld sind", sagt Horst Schmidt, Sprecher des Vorstands von Donner & Reuschel, und ergänzt: "Nachdem wir 2019 das Verwahrstellengeschäft von Berenberg übernommen haben, ist dies der folgerichtige Schritt auf dem weiteren Wachstumspfad unseres Asset Servicing." (jb/aa)














