Das AfW-Vermittlerbarometer bringt die wirtschaftliche Situation der Makler- und Vermittlerschaft an den Tag. Gemessen wurde unter anderem, wie hoch die Einkommen der Vermittler sind. Es zeigte sich ein Zusammenhang zwischen Dauerregulierung und stagnierenden Einkommen. Unverändert lag 2018 der Großteil der Befragten (68 Prozent) nach Selbstauskunft in der Einkommensklasse bis zu 50.000 Euro Gewinn beziehungsweise Überschuss.

Zu 15,28 Prozent machten sie bis zu 75.000 Euro Gewinn (2017: 14,4 Prozent), berichtet AfW-Vorstand Frank Rottenbacher. Im Schnitt kamen die 1.340 Umfrage-Teilnehmer, von denen 63 Prozent als Einzelkaufleute agieren, auf einen leicht gestiegenen Jahresgewinn von 49.970 Euro – das sind 2.570 Euro mehr als im Vorjahr (ohne Berücksichtigung von Kapitalgesellschaften). In den meisten der neun gemessenen Einkommensklassen gab es ganz ähnliche Ergebnisse wie im Vorjahr.

Regulierung trug zur Stagnation bei
Wie die Zehn-Jahres-Betrachtung zeigt, pendelt sich die Einkommensklasse von bis zu 10.000 Euro Gewinn pro Jahr stabil um die 15 Prozent ein (2010: 12,5 Prozent). In der Klasse bis zu 25.000 Euro Gewinn ordneten sich diesmal gut 22 Prozent der Teilnehmer ein (2010: 20 Prozent).


Grafik: FONDS professionell; Quelle: AfW-Vermittlerbarometer


In beiden Klassen reicht das Einkommen nicht wirklich gut zum Leben. Das betrifft immerhin 37 Prozent der Umfrage-Teilnehmer. Von denen besitzen 84 Prozent eine 34d-Zulassung und 64 Prozent eine 34f-Zulassung (vielfach werden beide Zulassungen genutzt).

Kein Grund für eine Neid-Debatte
"Wenn über zwei Drittel der selbständigen Makler einen Gewinn von unter 50.000 Euro haben, dann zeigt das, wie falsch die immer wieder geschürte Neid-Diskussion über angebliche Vielverdiener oder gar Abzocker ist", so Rottenbacher. Da man von diesem Gewinn noch sein unternehmerisches Risiko und seine Altersvorsorge bestreiten müsse, bleibt viel zu wenig zum Leben übrig. "Das hilft uns sehr für unsere Gespräche mit der Politik", analysiert Rottenbacher.

Bemerkenswert: Immerhin 15 Prozent der Umfrageteilnehmer schaffen bis zu 75.000 Euro Gewinn (2010: 17,9 Prozent), rund 7,1 Prozent sogar bis zu 100.000 Euro (2010: 10,2 Prozent). Insgesamt 10,5 Prozent der freien Vermittler kommen auf einen Jahresüberschuss von über 100.000 bis über 200.000 Euro (2010: 6,3 Prozent). An der alles in allem eher durchwachsenen Einkommenssituation der Vermittler hat sich damit nichts Wesentliches geändert. (dpo)