Nach über zwei Jahrzehnten als Kommunikationschef von Metzler hat Matthias Butzlaff das Frankfurter Bankhaus verlassen, um sich einen Traum aus seiner Kindheit zu erfüllen: Musiker zu werden.

"Ich will mich jetzt ganz auf die Musik konzentrieren. Für mich ist das ein neuer Lebensabschnitt", sagt Butzlaff zu Bloomberg. Sein letzter Arbeitstag bei Metzler, Deutschlands ältester Bank in ununterbrochenem Familienbesitz, war vor wenigen Tagen. Er habe nicht vor, neue Mandate in der Kommunikation anzunehmen. Denn schon seit seiner Jugend habe er sich insgeheim voll und ganz der Musik widmen wollen. Das werde er nun endlich tun.

"Leben kann man von dem, was ich jetzt mache, nicht"
Der 60-Jährige nimmt jetzt Unterricht an verschiedenen Instrumenten. An fünf bis sechs Tagen pro Woche übe er. Hinzu kämen Auftritte mit den drei Jazzbands, bei denen er sich engagiert. In Frankfurt sind das "Mainswing-Quartett" und "Triologie", in Franken "Die falschen Fünfziger". Er ist meist am Saxophon zu finden, etwa auf Firmenfeiern oder Hochzeiten. Auch im Frankfurter Jazz-Lokal Mampf tritt Butzlaff auf. Mit "Triologie" spiele er dort modernen Jazz aus der Zeit bis in die 1960er-Jahre hinein. Ein bekannter Vertreter sei etwa Miles Davis.

"Leben kann man von dem, was ich jetzt mache, nicht. Aber ich habe finanziell vorgesorgt, so dass ich auch nicht davon leben muss", sagt Butzlaff. "Sicher würde ich mehr Geld verdienen, wenn ich meinen Job behalten hätte. Doch darum geht es mir nicht." (mb/Bloomberg)