Bernd Scherer leitet ab Anfang März die systematischen Anlagestrategien des Bankhauses Lampe. Er rückt neben Dirk Franz und Erwin Lochten in die Geschäftsführung der Tochter Lampe Asset Management. Der Posten von Frank-Peter Martin, der Mitglied der erweiterten Geschäftsführung des Bankhauses Lampe war und das gesamte Asset Management leitete, wird hingegen nicht mehr besetzt. Martin hatte das Institut nach nicht einmal zwei Jahren verlassen. Konzernweit verantwortet den Bereich der neue Lampe-Chef Klemens Breuer.

Scherer stieß zusammen mit Martin im Februar 2017 zu der Privatbank, die im Besitz der Industriellenfamilie Oetker ist. Zunächst leitete er die Produktentwicklung im Asset Management, anschließend war er Leiter Wealth Solutions. In seiner künftigen Position werde Scherer die Konzeption, die Entwicklung und das Management der systematisch ausgerichteten Investitionsansätze verantworten, heißt es in einer Mitteilung des Geldhauses. Dazu gehörten auch die Multi-Asset- und Total-Return-Fonds des Hauses.

"Seit zwei Jahren prägt Bernd Scherer nun die Weiterentwicklung unseres Wealth und Asset Managements maßgeblich mit", lässt sich der neue Lampe-Chef Breuer in der Mitteilung zitieren. "In seiner neuen Funktion wird er seine umfangreiche Expertise im Bereich Portfoliokonstruktion und Risk-Analytics noch stärker einbringen." Das Wealth und das Asset Management sei neben dem Kapitalmarktgeschäft die wesentliche Säule des Bankhaus Lampe und werde im Zuge der strategischen Weiterentwicklung deutlich ausgebaut, hieß es weiter.

Der Abgang von Martin war in Medienberichten mit vermeintlichen Differenzen zum neuen Bankchef Breuer in Verbindung gebracht worden. Dieser räume dem quantitativen Asset-Management-Ansatz einen geringeren Stellenwert gegenüber fundamentalen Ansätzen ein, mutmaßte die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Das Institut hatte darauf verwiesen, dass Martin im beiderseitigen Einvernehmen das Haus verlassen habe. Scherer ist wie Martin ein Verfechter des systematischen Ansatzes und lehrte unter anderem mehrere Jahre als Professor für Finanzwirtschaft an der EDHEC Business School.

Neben der Nachfolge für Martin meldete das Institut mit Geschäftssitz in Düsseldorf eine Stärkung des institutionellen Vertriebs. Diesen soll ab März Stefan Zayer (Bild rechts) übernehmen. Zuletzt verantwortete er den institutionellen Vertrieb bei Edmond de Rothschild Asset Management in Deutschland und Österreich, davor war er bei Lazard Asset Management tätig. (ert)