Der ehemalige US-Botschafter in Deutschland, Robert Kimmitt, wird künftig für die Deutsche Bank als Lobbyist in Washington tätig sein, wie "Bloomberg" unter Berufung auf informierte Kreise berichtet. Der 72-jährige Anwalt gilt als alter Freund von US-Justizminister William Barr. Kimmitts genaue Aufgabe ist selbst vielen Führungskräften innerhalb der Bank nicht klar. Aus Frankfurt sei zu hören, dass die Führungsspitze der Bank ihn Anfang des Jahres gewonnen habe, um die Präsenz des Instituts in der US-Hauptstadt zu verstärken, sagten mehrere mit der Angelegenheit vertrauten Personen. Zusätzlich zu strafrechtlichen Ermittlungen nehmen dort Abgeordnete der Demokraten die Beziehung der Bank zu einem ihrer bekanntesten Kunden unter die Lupe – US-Präsident Donald Trump.

Kimmitt, der inzwischen für die weltweit tätige Anwaltskanzlei Wilmer Hale tätig ist, lehnte einen Kommentar ab. Das US-Justizministerium wollte sich ebenfalls nicht äußern. Die Deutsche Bank erklärte in einer Mitteilung: "Die Rolle von Robert Kimmitt ist sehr klar: Er wurde vom Aufsichtsrat wegen seiner Fachkompetenz beauftragt, ist aber nicht mandatiert, mit einer Strafverfolgungsbehörde zu sprechen, und hat bestätigt, dass er dies nicht getan hat."

Einige Führungskräfte in Deutschland hoffen dennoch, dass Kimmitts langjährige Beziehung zu Barr dazu beitragen könnte, den Stapel an Ermittlungen durch das US-Justizministerium abzubauen, mit denen sich der Bankenriese in den Vereinigten Staaten konfrontiert sieht, so die informierten Kreise. Man sei sich bewusst, dass bei einer Niederlage Trumps im November jegliche Einigung mit einem neu besetzten Justizministerium wahrscheinlich schwieriger werden würde. Politisch ernannte Staatsanwälte könnten auch einen Anreiz haben, die Fälle abzuschließen, bevor sie ersetzt werden, hieß es. (mb)