Der frühere Co-Chef der Deutsche Bank, Anshu Jain, ist im Alter von 59 Jahren nach langer Krankheit verstorben. Dies teilte das größte deutsche Geldhaus mit. Jain führte die Bank von 2012 bis 2015 zusammen mit Jürgen Fitschen. Jain gab nach nur drei Jahren an der Spitze des Instituts im Juni 2015 sein Amt ab. Jain war seit 2017 Präsident des New Yorker Wertpapierhauses Cantor Fitzgerald. Im Januar 2017 war ihm die Diagnose Zwölffingerdarmkrebs gestellt worden, wie seine Familie mitteilte.

Der im indischen Jaipur als Sohn eines Beamten geborene Jain stieg an der Wall Street in die höchsten Ränge auf und baute das Investmentbanking der Frankfurter Großbank zu einer der wichtigsten Sparten auf. In seiner Zeit als Vorstandschef wurde ihm dann aber unter anderem vorgeworfen, nötige tiefe Einschnitte im Investmentbanking zu lange gescheut zu haben.

"Unglaubliche Neugier und blitzschneller Verstand"
"Wer mit Anshu zusammengearbeitet hat, erlebte eine leidenschaftliche Führungskraft von intellektueller Brillanz", erklärte Christian Sewing, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank, in der Mitteilung. "Viele von uns hat er mit seiner Energie und Loyalität zu unserer Bank zutiefst beeindruckt."

"Anshus Intelligenz hat mich eingeschüchtert", sagt Boaz Weinstein, der Gründer von Saba Capital Management, der bei der Deutschen Bank eng mit Jain zusammengearbeitet hatte. "Er war allen anderen, die ich in der Branche traf, weit voraus. Er verfügte über eine unglaubliche Neugier und einen blitzschnellen Verstand. Er war eine überragende Figur in meinem Leben." Jain hinterlässt eine Frau und zwei Kinder. (Bloomberg/ert)