Günther Oettinger wird stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der Amundi Deutschland GmbH. Das teilt der Münchner Asset Manager mit Pariser Mutterkonzern mit. Der CDU-Politiker war von 2005 bis 2010 Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg, im Anschluss gehörte er bis 2019 der EU-Kommission an.

Die Berufung unterstreiche "die Bedeutung, die wir dem Geschäft mit unseren deutschen Kunden und unserer Geschäftsentwicklung in Deutschland beimessen", lässt sich Valérie Baudson, Aufsichtsratsvorsitzende von Amundi Deutschland, in der Mitteilung zitieren. Die scheidende Deutschland-Chefin Evi Vogl erhofft sich von Oettinger "wertvolle Impulse für die weitere Geschäftsentwicklung" des Unternehmens.

Nicht nur beratend tätig
Amundi Deutschland ist eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH). Eigentlich ist für diese Rechtsform kein Aufsichtsrat vorgesehen. Für Kapitalverwaltungsgesellschaften schreibt das Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB) allerdings einen Aufsichtsrat vor – auch bei einer GmbH. Berufen wird er von den Anteilseignern, im konkreten Fall also von der Pariser Muttergesellschaft. Die Aufgabe des Aufsichtsrates ist es, den Vorstand respektive die Geschäftsleitung zu benennen und zu kontrollieren.

Oettinger wird also keineswegs nur beratend tätig sein, sondern auch Kontrollaufgaben wahrnehmen. Bereits Ende 2018 hatte Amundi Deutschlands einen Beirat aus prominenten Wirtschaftsvertretern berufen, der die Gesellschaft beraten soll. (bm)