Der ehemalige Fed-Chef Paul Adolph Volcker ist am vergangenen Sonntag (8. Dezember) im Alter von 92 Jahren verstorben. Der 1927 in New Jersey geborene Ökonom war zwischen 1978 und 1987 unter den beiden Präsidenten Jimmy Carter und Ronald Reagan Vorsitzender der Federal Reserve (Fed) und machte sich als Bekämpfer der Inflation einen Namen. Die Inflationsrate kletterte im März 1980 auf unfassbare 14,8 Prozent. Um die Preissteigerungen zu bekämpfen, erhöhte Volcker's Fed den Leitzins. Der Zinssatz, der von Banken und Kreditgenossenschaften für Übernachtungskredite an andere Depotbanken verwendet wird, erreichte im Juli 1981 schließlich einen Rekordwert von 22,36 Prozent. 

Seine Studien absolvierte Volcker an der Princeton University, der Harvard University und der London School of Economics. 1952 begann er seine berufliche Karriere bei der Federal Reserve Bank of New York, wechselte von 1957 bis 1962 als Finanzökonom zur Chase Manhattan Bank, um dann erstmals bis 1965 dem US-Finanzministerium zu dienen. Danach kehrte Volcker noch einmal für vier Jahre zur Chase Manhattan zurück. 1969 holte ihn die Administration von Richard Nixon zurück ins Finanzministerium. 

Nach seinem Abschied aus dem öffentlichen Dienst leitete Volcker 1987 und 2003 zwei private Kommissionen. Seine letzte offizielle Rolle im Regierungsdienst war die des Vorsitzenden eines Beratergremiums, welches 2008 vom designierten Präsidenten Obama eingerichtet wurde, um die USA durch die Rezession zu führen und die amerikanischen Banken zu regulieren. Die sogenannte "Volcker-Rule" verbietet Kreditinstituten, mit den Einlagen der Kunden riskante Geschäfte zu tätigen. Als Folge mussten die Geldhäuser den Eigenhandel mit Wertpapieren massiv zurückfahren.

Unvergessen ist auch ein Zitat Volckers aus dem Jahr 2009, wonach rückblickend der Geldautomat im Grunde "die einzige nützliche Innovation" sei, die die Finanzbranche über Jahrzehnte zustande gebracht habe. (cf/ps)