Der Italiener Andrea Enria, jetziger Vorsitzender der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde (EBA), soll Anfang Januar der Französin Danièle Nouy als neuer Chef der Bankenaufsicht für die Großbanken der Euro-Zone nachfolgen. Nouy scheidet Ende Dezember nach fünf Jahren aus dem Amt. Der 57-Jährige setzte sich in einer geheimen Abstimmung des EZB-Rats gegen die Vizepräsidentin der irischen Zentralbank, Sharon Donnery, durch. Die Entscheidung des EZB-Rats steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung des EU-Parlaments und der Bestätigung durch den Ministerrat.

Enria war bereits von 1999 bis 2004 für die EZB mit der Regulierung und Aufsicht über Banken tätig. 2008 übernahm er den Chefposten des Aufsichtsrates der Banca d'Italia. Nach der Schaffung der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde Anfang 2011 wurde Enria im Februar 2011 deren Vorsitzender. Er sprach sich Ende 2013 dafür aus, dass in der Eurozone mehr Banken abgewickelt werden sollten, da aus seiner Sicht die Regierungen auch Banken "im Markt halten" würden, die nur aufgrund von Zuwendungen der Staaten überleben könnten. (mb)