Jes Staley, Vorstandschef der britischen Großbank Barclays, ist zurückgetreten. Grund sind Erkenntnisse zum Verhältnis Staleys zum mittlerweile verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein und seine Aussagen dazu gegenüber der britischen Finanzaufsicht FCA. Zu diesem Ergebnis kommt ein vorläufiger Bericht, den die britischen Behörden FCA und PRA der Bank am Freitagabend zugestellt haben. Die Beziehung von Staley und Epstein reicht zurück in die Zeit, als der Banker Chef der Privatkundensparte von JP Morgan war. Bis 2013 war Epstein ein wichtiger Kunde von JP Morgan.

Der Aufsichtsrat von Barclays zog unmittelbar die Konsequenzen und verkündete am Montag die Trennung von Staley, der das Londoner Geldhaus seit 2015 geführt hatte. Seine Nachfolge tritt C.S. Venkatakrishnan, bisher Chef des Bereichs Globale Märkte und Risikovorstand. Am Montag fiel der Aktienkurs von Barclays um rund zwei Prozent. Die Bank stehe nun selbst "im Auge des Sturms", zitiert die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" die Analystin Susannah Streeter von Hargreaves Lansdown. (mb)