Die ins Straucheln geratene Fondsgesellschaft GAM Investments baut ihren Vertrieb für Deutschland um. Christopher Hönig rückt zum alleinigen Leiter des Vertriebs sowohl für institutionelle wie auch für Wholesale-Kunden auf, teilte das Schweizer Haus mit. Er übernimmt damit zusätzlich die Aufgaben von Jürgen Florack, der per Ende März das Unternehmen auf eigenen Wunsch verlässt. Hönig arbeitet seit 2011 für GAM. Im Jahr 2015 übernahm er die Verantwortung für den Wholesale-Vertrieb in Deutschland. Hönig berichtet wie bisher an Daniel Durrer, Leiter Vertrieb Kontinentaleuropa bei GAM.

Das Schweizer Unternehmen hatte den Starmanager Tim Haywood Ende Juli 2018 völlig überraschend wegen angeblicher Verstöße gegen interne Vorschriften suspendiert. Weil Anleger daraufhin in Scharen aus den Fonds flohen, musste die Gesellschaft die milliardenschweren Portfolios dichtmachen und schrittweise liquidieren. Dieser Prozess dauert noch an. Der Kurs der GAM-Aktie brach seit Bekanntwerden der Affäre massiv ein. Das Haus kündigte zudem einen strikten Sparkurs an. Haywood will sich derweil gegen seinen Rauswurf wehren.

In einem insgesamt unruhigen Marktumfeld blickt GAM 2019 vorsichtig optimistisch auf den deutschen Markt. "Christopher Hönig hat in den vergangenen Jahren in Deutschland maßgeblich am Aufbau der Marke GAM mitgewirkt", sagte Durrer der Mitteilung zufolge. "Unter seiner alleinigen Leitung ist das Vertriebsteam effizient aufgestellt, um unseren Kunden den gewohnt hohen Service zu bieten und so das Geschäft in Deutschland erfolgreich weiterentwickeln zu können." Hönig selbst ergänzt: "Die Kapitalmärkte bleiben in diesem Jahr herausfordernd für professionelle Investoren. Der gezielte Einsatz überzeugungsbasierter, aktiver Anlagestrategien ist in dieser Marktphase enorm wichtig." (ert)