Neues vom Vermögensverwalter Performance IMC, der 2017 im Zuge von staatsanwaltlichen Ermittlungen drei Fonds schließen musste: Vorstand Muhyddin Suleiman, der von keinerlei Untersuchungen betroffen war, hat laut einer Pressemitteilung auf eigenen Wunsch sein Mandat niedergelegt. Zum Jahresende verließ er den Finanzdienstleister "im besten gegenseitigen Einvernehmen". Seit Jahresbeginn ist er Gesellschafter beim Digitalversicherer Getsafe. Sein Nachfolger ist Armin Spöttl.

Der Aufsichtsrat bedauert diese Entscheidung: "Mit seiner Erfahrung, einem beständig hohen Maß an Professionalität und einer außerordentlichen Verbindlichkeit gegenüber den unterschiedlichsten Interessengruppen ist es Muhyddin Suleiman gelungen, das Unternehmen auch durch bewegte Zeiten sicher zu führen", kommentiert Martin Andreas Duncker, Aufsichtsratsvorsitzender der Performance IMC.

Staatsanwaltschaft ermittelt weiter gegen Ex-Performance-IMC-Vorstände
Der Hinweis auf die "bewegten Zeiten" ist keine Floskel, denn die Mannheimer Staatsanwaltschaft begann Mitte 2017 unter anderem gegen zwei ehemalige Vorstände der Gesellschaft zu ermitteln. Die Untersuchungen dauern weiter an, wie eine Sprecherin der Behörde FONDS professionell ONLINE auf Anfrage mitteilte. Bislang sei es noch zu keiner Anklage gekommen. Performance IMC kündigte in dem Zusammenhang gegenüber der Redaktion an, sich in Kürze zu den Auswirkungen der Vorgänge auf die Gesellschaft näher zu äußern.

Die Strafverfolgungsbehörde geht weiter dem "Verdacht der Marktmanipulation, der Untreue und des Betrugs" gegen insgesamt elf Personen nach. "Gegenstand der Ermittlung ist der Verdacht, dass die Beschuldigten seit 2009 ein Firmengeflecht nutzten, um Anleihen auszugeben und diese zwischen Kapitalanlegern sowie kapitalanlegenden Fonds in abgesprochenen Geschäften an der Börse zu handeln", schrieb die Behörde damals in einer Mitteilung. Die Ermittlungen angestoßen hatte die Finanzaufsicht Bafin mit mehreren Anzeigen gegen Performance IMC. Das Amtsgericht Mannheim erließ daraufhin Haftbefehl gegen die beiden ehemaligen Vorstände, die zwischenzeitlich auch in Untersuchungshaft saßen. 

Betroffene Anleihen in Performance- IMC-Portfolios
Einige dieser Anleihen landeten auch in mehreren Portfolios, deren Strategie Performance IMC vorgab: den Fonds Diversified Strategic Asset Allocation Saphir 1 und 2 sowie dem Fonds Saphir mit seinen drei Anteilsklassen A, B und C. Allerdings machten diese Papiere wohl nur einen Bruchteil des von den Fonds sowie von Performance IMC verwalteten Anlagekapitals aus. Anleger sind nach Aussagen des Vermögensverwalters nicht zu Schaden gekommen.

Hauck & Aufhäuser (H&A), die als Kapitalverwaltungsgesellschaft (KVG) fungierte, hatte die drei Fonds im Augst 2017 zunächst eingefroren, da die für oben erwähnten Anleihen kein Kurs ermittelt werden konnte (FONDS professionell ONLINE berichtete exklusiv). Anfang 2018 begann H&A schließlich mit der Liquidation der Portfolios. Die KVG begründete diesen Schritt damit, dass Anleger im Falle einer Wiedereröffnung der Portfolios in Scharen Anteile zurückgegeben hätten. "Signifikante Mittelzuflüsse werden für den Fonds hingegen nicht erwartet. Die Liquidation erfolgt somit im Interesse der Anleger", hieß es damals in Kundeninformationen. (jb)