Otto Schäfer, der von Juli 1986 bis Mai 1992 den Vorsitz des Verbands der privaten Bausparkassen innehatte, ist am 27. Dezember 2021 im Alter von 91 Jahren verstorben. Zuvor leitete er 13 Jahre lang den Rechtsausschuss des Verbands. Der promovierte Jurist war maßgeblich an der Entstehung des Bausparkassengesetzes und dessen Novellierungen beteiligt. Als Mitverfasser aller fünf Auflagen des Kommentars zum Bausparkassengesetz – dem Standardwerk zu bausparrechtlichen Fragen – erwarb er sich hohes Ansehen weit über die Bausparbranche hinaus.

Schäfer trat 1968 in die Geschäftsführung der Bausparkasse GdF Wüstenrot gGmbH ein und wurde 1978 zusätzlich zum Geschäftsführer der Konzernobergesellschaft Wüstenrot Holding GmbH ernannt. Von 1989 bis 1995 amtierte er als Sprecher der Geschäftsführungen beider Gesellschaften. Auch nach seiner aktiven beruflichen Tätigkeit gehörte der Ludwigsburger den Aufsichtsräten der Wüstenrot & Württembergische AG (W&W) und der Wüstenrot Bausparkasse AG an. Bis 2006 war er Mitglied des Aufsichtsrats der Wüstenrot Holding AG.

Schäfer war einer der ersten, die erkannten, welche große Chance die Öffnung Osteuropas für das Traditionsprodukt Bausparen bot. Als langjähriger Vorsitzender des Rechtsausschusses der Europäischen Bausparkassenvereinigung engagierte er sich frühzeitig für einen Export der Bausparidee. Von 1991 bis 1994 wirkte er als Präsident der Europäischen Bausparkassenvereinigung. In diese Zeit fiel die Gründung von Bausparkassen in der Slowakei und Tschechien. Die Umsetzung der EU-Bankengesetzgebung in nationales Recht war ein weiteres Thema, dem er sich in dieser Zeit intensiv widmete. (mb)