Studie: Deutsche Finanzberater sind besser als ihr Ruf
Finanzberater in Deutschland legen besonders viel Wert auf passende Anlageprodukte und eine ausführliche Beratung. Das geht aus einer Studie von Natixis Global Asset Management hervor. Die Profis leiden allerdings unter hohen Marktschwankungen.
Im aktuell schwierigen Wirtschaftsumfeld Risiko und Volatilität gering zu halten und gleichzeitig ein diversifiziertes Portfolio zusammenzustellen, ist für deutsche Finanzberater die größte Herausforderung. Das ist das zentrale Ergebnis einer vom Vermögensverwalter Natixis Global Asset Management (NGAM) in Auftrag gegebenen internationalen Studie zur Selbsteinschätzung von Finanzberatern. Die Studie habe gezeigt, dass die anhaltend hohen Marktschwankungen für die tägliche Beratungsleistung von Finanzberatern am schwierigsten seien, sagt Jörg Knaf, Managing Director Nordeuropa bei NGAM.
Deutsche Finanzberater zeigten sich bei der Studie pessimistischer als ihre internationalen Kollegen: 59,3 Prozent gaben an, dass es ihnen zunehmend schwerfällt, angesichts höherer Korrelationen zwischen einzelnen Anlageklassen positive Renditen für ihre Kunden zu erzielen. Im internationalen Vergleich waren nur 50,5 Prozent der Befragten dieser Ansicht. Es gibt in den Augen deutscher Berater zunehmend Bedarf an neuen Ansätzen, um die hohen Marktschwankungen und die damit verbundenen Risiken effizienter handhaben zu können.
Deutsche Berater verbringen mehr Zeit mit Bürokratie
Einer adäquaten Portfoliozusammensetzung, die auf das Rendite-Risiko-Profil der Kunden ausgerichtet ist, räumen deutsche Finanzberater eine besonders hohe Priorität ein. Zwei von fünf halten sie für den wichtigsten Bestandteil ihrer Beratung. International gaben nur 20,5 Prozent diesen Aspekt als besonders wichtig an. Ebenso hält es mit 76,7 Prozent ein großer Teil der deutschen Berater für wichtig, den Kunden Anlagekonzepte und Risiken ausführlich zu erläutern und mit ihnen ihre Altersvorsorge zu besprechen. International räumten diesem Beratungsbestandteil 63,3 Prozent der Befragten hohe Bedeutung ein.
Weiteres Ergebnis der Studie: Deutsche Berater wenden wesentlich mehr Zeit auf, um bürokratischen Vorgaben zu entsprechen. Im Schnitt verwenden sie darauf 20,6 Stunden im Monat – ihre internationalen Kollegen verbringen dagegen nur 12,9 Stunden monatlich mit Papierkriegen. Für die Studie befragte CoreDate im Auftrag von NGAM 150 Finanzberater in Deutschland. Insgesamt äußerten sich 1300 Berater aus neun Ländern. (mb)




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