Nachhaltiges Investieren spielt für mehr als drei Viertel aller unabhängigen Vermögensverwalter in Deutschland bei der Geldanlage eine wichtige Rolle. Acht Prozent von ihnen investieren sogar ausschließlich nachhaltig. Das fand das Institut für Vermögensverwaltung (InVV) der Technischen Hochschule Aschaffenburg kürzlich in einer Studie mit 160 Vermögensverwaltern heraus. Besonders Unternehmen, die mehr als 500 Millionen Euro an Vermögen verwalten, legen Wert auf Standards für Umwelt, Soziales und Unternehmensführung (ESG): 90 Prozent von ihnen berücksichtigen Nachhaltigkeit bei ihren Anlageentscheidungen.

Dabei nutzen Vermögensverwalter unterschiedliche Strategien, um dem Megatrend zu folgen. "Spitzenreiter bei den Investmentansätzen ist die Ausschlussstrategie, bei der bestimmte Themen wie Rüstung, Kernenergie oder grüne Gentechnik nicht erlaubt sind", sagt Hartwig Webersinke, Leiter des InVV. Ein weiterer beliebter Ansatz ist die "Best in Class"-Strategie. Dabei beschränken sich Finanzprofis in allen Branchen nur auf Unternehmen mit den besten ESG-Bewertungen. Ebenfalls beliebt sind nachhaltige Themenfonds sowie das Impact Investing, also Investitionen, die neben der Rendite messbare soziale und ökologische Auswirkung zum Ziel haben.

Stellenwert wächst
In Zukunft dürfte Nachhaltigkeit bei Vermögensverwaltern eine noch wichtigere Rolle spielen. Mehr als die Hälfte der Befragten (53 Prozent) gab an, künftig auf eine teilweise nachhaltig geprägte Anlagestrategie umstellen zu wollen, jeder Fünfte (20 Prozent) will sogar zum Großteil nachhaltig anlegen. Die Treiber sind dabei sehr unterschiedlich. Die einen sehen sich gesellschaftlich in der Verantwortung, andere wollen Kundenwünschen gerecht werden. Wiederum andere erhoffen sich von ESG-Investments hohe Renditen. Auch die Regulierung spielt eine wichtige Rolle. (fp)