Mitarbeiter von Asset Managern in den USA werden geringere Boni erhalten. Die variablen Vergütungen, die sie neben ihrem Festgehalt bekommen, gehen 2022 um geschätzte 17,5 Prozentpunkte zurück. Das berichtet das US-amerikanische Branchenportal "Institutional Investor" unter Berufung auf eine Analyse der New Yorker Personalberatung Johnson Associates. Vorher war bekannt geworden, dass auch Banker in den USA weniger in ihrer Lohntüte haben werden.

Der Grund für die Kürzung der Prämien ist die Performanceschwäche der Finanzmärkte, im Juni verzeichnete etwa der S&P 500 die schlechteste Wertentwicklung seit über 50 Jahren. "Die Einnahmen sind gesunken, die Gewinne sind gesunken, die Boni werden sinken", zitiert das Portal Chris Connors, Vizepräsident bei Johnson Associates. Deren Analysten schätzen, dass in der Asset-Manager-Branche der Gesamtgewinn je Aktie für das Geschäftsjahr 2022 um 13 Prozent zurückgehen wird.

Weniger Prämien bei Private-Equity-Firmen 
Auch alternative Vermögensverwalter sind der Meldung zufolge nicht immun gegen den Marktabschwung und die Inflation. Während die Boni bei Hedgefonds 2022 gegenüber 2021 demnach unverändert bleiben, werden sie bei Private-Equity-Firmen im Jahresvergleich um fünf Prozent zurückgehen. 

Zudem rechnen die Personalberater mit einem Stellenabbau bis Ende 2022 sowohl bei den traditionellen als auch den alternativen Vermögensverwaltern – einige Firmen hätten bereits damit begonnen haben, die Zahl ihrer Mitarbeiter zu reduzieren. Im Jahr 2021 stellten die Vermögensverwalter massenhaft ein, verteilten wettbewerbsfähige Grundgehälter und krönten das Ganze mit großzügigen Prämien, um im "Krieg um Talente" mithalten zu können. 

Stabile Grundgehälter
Unterdessen erwartet Johnson Associates, dass die Grundgehälter der Mitarbeiter stabil bleiben. Im Jahr 2022 werden die Grundgehälter demnach zum zweiten Mal in Folge um fünf Prozent steigen, was den Unternehmen etwas Luft verschafft, um Mitarbeiter zu halten. "Da die Anreize geringer sind oder voraussichtlich erheblich sinken werden, ist dies eine Möglichkeit für Unternehmen, ihre Talente zu halten und zu erkennen, dass die Inflation da draußen ist und sich auf die Vergütung tatsächlich auswirkt", wird Connors zitiert. (jb)