Ingrid Hengster, Inlandschefin der bundeseigenen Förderbank KfW und verantwortlich für die Corona-Hilfen, verlässt die Staatsbank nach sieben Jahren und wechselt zu Barclays, berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Das genaue Datum für ihren Amtsantritt als Deutschland-Chefin bei der britischen Großbank ist noch offen. Weder Barclays noch Hengster wollten sich auf SZ-Anfrage äußern.

Nachdem Hengster lange Zeit als aussichtsreichste Nachfolgerin von KfW-Chef Günther Bräunig galt, dürfte ihr Abgang auch damit zusammenhängen, dass ab Oktober der Investmentbanker Stefan Wintels den Vorstandsvorsitz der KfW übernimmt, heißt es in dem Bericht. Wintels führte jahrelang die Geschäfte der US-Bank Citigroup in Deutschland. Die große Koalition hatte sich Anfang Juni auf den 54-Jährigen als Nachfolger von Bräunig, den in den Ruhestand geht. Die KfW gehört zu 80 Prozent dem Bund und zu 20 Prozent den Ländern. Der KfW-Verwaltungsrat, dem unter anderen Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) und Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) angehören, stimmte der Personalie formell zu. (mb)