Volker Wieland, Wirtschaftsprofessor an der Universität Frankfurt am Main, hört als "Wirtschaftsweiser" auf. Er verlässt den Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung zum Monatsende, wie das "Handelsblatt" berichtet. Er wolle sich seiner "Haupttätigkeit in der Forschung und Lehre und als Leiter eines Universitätszentrums wieder intensiver widmen", zitiert die Zeitung Wielands Begründung, warum er das umgangssprachlich "Wirtschaftsweise" genannten Expertengremium verlässt, das der Bundesregierung beratend zur Seite steht. Zudem gebe es private Gründe, warum er seine zweite, aktuelle Amtszeit nicht wie vorgesehen bis Februar 2023 erfüllt.

Der Wirtschaftszeitung zufolge ist der Rücktritt Wielands eine Zäsur für das Gremium. Nachdem sich die Bundesregierung Anfang 2021 schon nicht auf eine Nachfolge für den damaligen Vorsitzenden Lars Feld haben einigen können, besteht der Rat nur noch aus vier Ökonomen. Der aktuelle Abgang falle zudem in eine Zeit, in der deutsche Wirtschaftexperten heftig über die Folgen eines Energieembargos gegen Russland für die hiesige Wirtschaft streiten. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hatte die Debatte selbst angefeuert, als er die Ökonomenzunft öffentlich harsch kritisierte. Wieland habe sich laut Handelsblatt aus dem Streit herausgehalten. (jb)