Wer in Deutschland eine Immobilie kauft, kann sie – zumindest aus rechtlicher Sicht – problemlos mit einem Bargeldkoffer bezahlen. In der Bundesrepublik gibt es bislang keine Obergrenze für Bargeldgeschäfte. Das freut vor allem Hintermänner der organisierten Kriminalität: Cash-Deals sind der einfachste Weg, um Geld zu waschen. Die Europäische Union (EU) hat sich vorgenommen, stärker gegen Geldwäsche vorzugehen. Ein neues Gesetzespaket beinhaltet unter anderem eine EU-weite Obergrenze für Bargeldgeschäfte in Höhe von 10.000 Euro. Außerdem will die EU bis Anfang 2023 eine eigene Behörde für den Kampf gegen Geldwäsche schaffen, berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Die aktuellen Richtlinien wurden zuletzt von Seiten des Europäischen Rechnungshofes als nicht ausreichend kritisiert. 

Aus der Politik kommt gemischtes Feedback zum geplanten Gesetzespaket. Der finanzpolitische Sprecher der SPD, Lothar Binding, hält eine Obergrenze für Bargeldgeschäfte für sinnvoll, berichtet das "Handelsblatt". Gegenüber der Zeitung sagte er: "Ich hätte mir sogar eine Grenze von höchstens 5.000 Euro gewünscht." Wer das Bargeld dauerhaft erhalten wolle, müsse darauf achten, dass sein Einsatz in der Welt der Drogen, des Menschhandels oder der Steuerhinterziehung möglichst verhindert wird. Die CDU ist derweil weniger angetan von der Obergrenze. Zwar will auch sie sich gegen Geldwäsche einsetzen. "Ob eine pauschale Bargeldobergrenze hierfür allerdings der richtige Weg ist, erscheint mir zweifelhaft", sagt ihre finanzpolitische Sprecherin Antje Tillmann gegenüber dem "Handelsblatt". 

Bafin begrüßt Maßnahmen
Die CDU hätte sich gewünscht, dass der Erwerb von Immobilien über Banken abgewickelt werden muss und die Herkunft des Vermögens sowie die Identität des Käufers zwingend geprüft werden. Die Finanzaufsicht Bafin hat sich derweil positiv zum neuen Gesetzespaket ausgesprochen: "Ich begrüße alle Maßnahmen, die es Geldwäschern in der EU schwerer machen – und dazu gehört auch eine einheitliche Bargeldobergrenze", sagte Bafin-Exekutivdirektor Thorsten Pötzsch dem "Handelsblatt". (fp)