Die Wahl von Boris Johnson zum neuen britischen Premierminister hat die Lage für Anleger in Großbritannien weiter erschwert. Der ungeregelte Brexit ist wahrscheinlicher denn je, die Fronten sind verhärtet – eine schwierige Situation für Anleger. Laut Mark Phelps, Chefanlagestratege beim Asset Manager AllianceBernstein (AB), vergessen Investoren dabei aber eines: "Einen großen Teil des No-Deals-Szenarios hat der Markt allmählich eingepreist."

Denn die Lage in Großbritannien hat sich seit Wochen nicht geändert: Johnson beharrt darauf, die Europäische Union (EU) am 31. Oktober zu verlassen, und die EU will kein neues Abkommen verhandeln. "Europa könnte nachgeben, aber das passiert, wenn überhaupt, erst in letzter Minute, bevor die Frist für den Austritt abläuft", sagt Phelps. Auch ein erneutes Referendum lehnt das Parlament ab.

"Die Sonne wird in Großbritannien wieder aufgehen"
Kommt es Ende Oktober tatsächlich zum sogenannten No-Deal-Brexit werden Anleger negativ reagieren, sagt Phelps. Aus seiner Sicht ist das ein attraktiver Einstiegspunkt für Investoren: "Denn trotz aller Proteste wird die Sonne in Großbritannien wieder aufgehen, die Menschen werden weiterhin konsumieren und die Unternehmen produzieren – und das Land bleibt nach wie vor ein Investment-Thema." (fp)