"In den nächsten drei Jahren wollen wir das betreute Immobilienvermögen auf fünf Milliarden Euro ausbauen", kündigt Hartmut Leser, Deutschlandchef von Aberdeen Asset Management, in einem jüngst veröffentlichten Strategieausblick an. Der Fokus liegt dabei ganz klar auf instititutionellen Investoren, für die Aberdeen in Deutschland derzeit rund 3,1 Milliarden Euro in sieben Immobilien-Spezialfonds und mehreren Immobilien-Mandaten verwaltet.

Die Produkt-Pipeline offener Immobilienfonds für Privatkunden liegt hingegen nach wie vor brach. Durch die Liquiditätskrise hatte Aberdeen insgesamt vier Fonds abwickeln müssen, darunter die beiden großen Immobilienportfolios des Degi Europa und Degi International, deren Restbestände bereits 2013 und 2014 an die Verwahrstelle übergegangen sind. Im Zuge der geplanten Wachstumsstrategie gebe es jedoch keine Pläne für die Auflage eines neuen offenen Immobilienfonds, so Aberdeen auf Nachfrage von FONDS professionell ONLINE.

Erstmals auch geschlossene Fonds
Im ersten Halbjahr 2015 verzeichnete Aberdeen eigenen Angaben zufolge Zuflüsse in Höhe von 260 Millionen Euro. Auf Jahressicht liegen die Kapitalzusagen bei 700 Millionen Euro, wovon 500 Millionen Euro alleine auf Wohngebäudefonds entfielen. Nach dem anhaltenden Erfolg der bestehenden Wohnimmobilienfonds arbeitet man laut Leser an einem weiteren Multi-Investoren-Wohnungsfonds und plane zudem, die vorhandene Expertise für Gewerbeimmobilien weiter auszubauen.

Im Zuge des angestrebten Wachstums hat Aberdeen auch seine deutsche Produktpalette um die Investment-KG nach dem neuen Kapitalanlagegesetzbuch erweitert. Der erste geschlossene Fonds dieser Kategorie wurde im März 2015 für einen deutschen institutionellen Investor aufgelegt. Als Zielvolumen der Investment-KG werden 300 Millionen Euro anvisiert. (rmk)


Nicht nur Aberdeen, auch die meisten anderen von der Krise gebeutelten Immobilienfondsanbieter wie Axa, Credit Suisse oder die UBS fokussieren sich derzeit ausschließlich auf das Geschäft mit institutionellen Investoren oder haben ihre Aktivitäten komplett eingestellt. Neue Produkte für Privatanleger sind daher rar und zeitnah auch nicht zu erwarten, wie die Recherchen für einen Artikel der aktuellen Printausgabe von FONDS professionell zeigen. Das Magazin erscheint Ende September.