Die Müllberge werden immer größer: Werden heute bereits weltweit rund zwei Milliarden Tonnen Abfall pro Jahr produziert, so könnten es im Jahr 2050 3,4 Milliarden Tonnen sein. Das entspräche einer Steigerung von 70 Prozent. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Weltbank. Der weltweiten Abfallentsorgung verhilft die Zunahme an Müll zu sauberen Gewinnen, sagt Dmitry Ivanov, Geschäftsführer der Investmentgesellschaft Freedom Finance Deutschland. Damit könnten "Müll-Aktien" zu einem interessanten Investment für langfristig orientierte Anleger werden.

Analysten schätzen, dass der globale Markt für Abfallmanagement jährlich um etwa 5,1 Prozent wachsen und so bis zum Jahr 2026 ein Volumen von 542,7 Milliarden US-Dollar erreichen könnte. Die Gründe dafür sind vielfältig: "Analyseunternehmen haben festgestellt, dass das Aufkommen neuer Industrien, die Globalisierung und der steigende Verbrauch der Bevölkerung die Haupttreiber für die Expansion des Recycling- und Abfallwirtschaftsmarktes sind", sagt Finanzexperte Ivanov.

Globalisierung als Treiber
Vor allem die Globalisierung fördert dem Experten zufolge die Müllproduktion. "Durch die Zunahme des internationalen Handels in den letzten Jahrzehnten hat sich die Armut in den Entwicklungsländern verringert, wodurch sich gleichzeitig der Lebensstandard und die Kaufkraft erhöht haben", sagt Ivanov. Damit steigen Konsum, Abfallproduktion - und beseitigung. 

Das Thema Abfallwirtschaft sei für Anleger auch unter einem anderen Gesichtspunkt interessant. "Viele Geschäftsmodelle sind durch den technologischen Wandel bedroht. Was vor wenigen Jahren noch interessant war, ist heute oftmals bereits Schnee von gestern“, so Ivanov. Abfall werde hingegen auch in Zukunft produziert. "Der Vorteil eines Investments in den Abfallwirtschaftsmarkt ist die Beständigkeit", erklärt der Experte. (fp)