Taktisch orientierte Anleger sollten das Risiko im zweiten Halbjahr etwas zurückfahren, rät Christian Heger, Chief Investment Officer bei HSBC Global Asset Management. Zwar seien risikotragende Anlagen, Aktien und Zusatzrendite bietende Zinsanlagen nach wie vor attraktiv. Allerdings könne das Bild kurzfristig getrübt werden. "Die anhaltende Aufwärtsbewegung und das blinde Vertrauen auf die Notenbanken haben viele Anleger allzu sorglos gemacht", sagt Heger. Niedrige Volatilitäten bei geringen Umsätzen und kaum noch warnende Stimmen sprächen eine eindeutige Sprache. Gleichzeitig lägen die Bewertungen an zahlreichen Aktienmärkten mittlerweile deutlich über den historischen Durchschnitten. "Ein früher als erwarteter Zinsschritt der US-Notenbank oder eine mögliche Zuspitzung der geopolitischen Risiken im Irak oder in der Ukraine könnten daher unvermittelt dieses einträchtige Bild trüben."

Die früheren Wachstumsraten der Weltwirtschaft sind nach wie nicht in Sicht, sagt Christian Heger, Chief Investment Officer bei HSBC Global Asset Management. Die Weltwirtschaft dürte in 2014 kaum über einen Zuwachs von drei Prozent herauskommen, so Heger.Dank der erwarteten Aufhellung in einigen Schwellenländern könnte die Dynamik im kommenden Jahr zwar etwas zunehmen. "Die alten Wachstumsraten von über vier Prozent sind aber unverändert nicht in Sicht", sagt Heger. Für größere Inflationsschübe reiche dieser Nachfrageimpuls auch 2015 nicht aus. 

Kein Ende des Niedrigzinsumfelds absehbar
Ein Ende des generellen Niedrigzinsumfelds sei daher ebenfalls nicht absehbar. Die Akzente dürften sich jedoch verschieben, erwartet der HSBC-Stratege: Während in Großbritannien und den USA erste zaghafte Zinserhöhungen bevorstüpnden, blieben die Europäische Zentralbank (EZB) und die japanische Notenbank auf dem Gaspedal. Auch in einigen Schwellenländern sei mit weiteren Zinssenkungen zu rechnen. (dw)