Auf die jüngsten Vereinbarungen zwischen der US-Regierung und großen Biopharma-Unternehmen hin haben die Märkte die Risiken der Arzneimittelpreisgestaltung in den USA neu bewertet. Bei Julius Bär setzen Mathieu Racheter, Leiter Aktien Strategy Research, und Fabian Wenner, Equity Research Analyst, nun wieder stärker auf das Segment.

Günstige Bewertung, gute Aussichten
Der Sektor biete attraktive Bewertungen, stabile Cashflows und Diversifizierungsvorteile gegenüber wachstumsstärkeren Bereichen. Der Gesundheitssektor hinke zwar seit Jahresbeginn dem Gesamtmarkt hinterher. Doch seit Mitte September sehen die Experten eine moderate Erholung: Die Vereinbarung zwischen Washington und Pfizer über Preisverhandlungen markierte ihrer Meinung nach einen Wendepunkt. Zudem seien die Bewertungen mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 11,7 für 2027 attraktiv. Für das nächste Jahr wird ein zweistelliges Gewinnwachstum von 10,3 Prozent prognostiziert.

"Die Zollsorgen lassen nach. Biopharma-Unternehmen demonstrieren Flexibilität im operativen Bereich, verlagern ihre Produktionsstandorte und weiten die Produktion in den USA aus", so die Experten. Mehrere Unternehmen hätten bereits Vereinbarungen getroffen, um Zoll- und Preisrisiken zu reduzieren, und weitere entsprechende Vereinbarungen könnten die Stimmung zusätzlich aufhellen.

Defensive Stärken
Vor diesem Hintergrund seien die defensiven Eigenschaften des Gesundheitssektors – stabile Cashflows über mehrere Jahre und hohe Visibilität – wertvolle Diversifikatoren. Racheter und Wenner schreiben: "Innerhalb des Sektors bevorzugen wir Pharma und Biotech, wo die Innovationspipelines und Margenprofile am stärksten aussehen." (jh)