Anleger sollten zurzeit ganz besonders auf die richtige Branchenmischung im Portfolio achten, meint Marc Decker, stellvertretender Leiter Aktien bei der Quintet Private Bank, Muttergesellschaft der Privatbank Merck Finck. Verschiedene Sektoren brachten Anlegern dieses Jahr bisher sehr unterschiedliche Renditen: Rund 60 Prozentpunkte liegen zwischen der Branche mit der besten Performance und der mit der schlechtesten, gemessen in US-Dollar von Jahresbeginn bis Ende August. In Euro gerechnet ergeben sich sogar noch größere Renditeunterschiede.

Seit Jahresbeginn haben Energieaktien am besten abgeschnitten, analysiert Decker. Die Kurse stiegen im Mittel um 56 Prozent. Am schlechtesten performten Technologietitel, sie verloren rund 22 Prozent an Wert. Doch auch zwischen anderen Sektoren gab es große Unterschiede: Die Kurse von Industriedienstleistern machten beispielsweise im Mittel plus 17 Prozent, Titel von Einzelhändlern durchschnittlich minus elf Prozent.

Starke Streuung in Zeiten des Umbruchs
"Eine starke Streuung der Renditen tritt vor allem in Zeiten des Umbruchs und der Krise auf", erklärt Decker. Im Corona-Jahr 2020 sei die Differenz mit rund 80 Prozentpunkten bereits extrem hoch gewesen, ähnlich lief es bei der Finanzkrise im Jahr 2009. In ruhigeren Phasen würden die Unterschiede meist bei 30 bis 50 Prozentpunkten liegen.

Decker empfiehlt derzeit eine Mischung aus defensiven Sektoren und einigen längerfristigen Wachstumssektoren, die im bisherigen Jahresverlauf eine schwache Performance gezeigt haben. "Wir halten insbesondere die Bereiche Gesundheitstechnologie, Einzelhandel und Konsumgüter für attraktiv", schreibt Decker in einem Marktkommentar. Mittelfristig sollten zwei wachstumsstärkere Sektoren hinzukommen: Industriedienstleistungen und Technologie. Hier sieht er gute Einstiegschancen. (fp)