Nach einem Erfolgsjahr droht den Aktienmärkten zum Jahresende hin die Luft auszugehen. Die DZ Bank bremst die Erwartungen an eine Jahresendrally.

Vor allem bei den europäischen Indizes lässt die Dynamik seit Monaten zu wünschen übrig. Eine Jahresendrally käme da vielen Anlegern gerade recht. DZ-Bank-Analyst Sören Hettler glaubt jedoch nicht an große Kurssprünge zum Jahresausklang: "Die Voraussetzungen für eine Jahresendrally standen schon einmal besser." Dies liege zum einen an der Kombination aus einer im historischen Vergleich ambitionierten Bewertung an den weltweiten Aktienmärkten und einem herausfordernden fundamentalen Umfeld. Zum anderen zeige die Erfahrung der vergangenen zehn Jahre, dass eine Rally zum Abschluss des Jahres keineswegs ausgemachte Sache ist.

Keine historische Gesetzmäßigkeit
Dem Dax gelang zwar in fünf der vergangenen zehn Jahre im November und Dezember ein Kursplus von mindestens drei Prozent. Allerdings sei mit 2024 nur ein Fall dabei, in dem diese Jahresendrally von einer sehr guten Entwicklung in den vorangegangenen Monaten von plus zehn Prozent oder mehr begleitet wurde. "Beim Euro Stoxx 50 sucht man einen solchen Fall in der vergangenen Dekade vergeblich", sagt Hettler. Vielmehr folgten bei Dax und Euro Stoxx 50 auf etwas mehr als zehn Monate mit sehr guter Entwicklung bis zum Jahresende im Durchschnitt moderate Kursverluste.

Besser sieht es da in den USA aus: "Einen Hoffnungsschimmer beim Blick auf die Historie liefert der S&P 500", so der DZ-Bank-Experte. Hier gab es drei Fälle mit sehr guter Performance bis Anfang November und folgender Jahresendrally. Rückenwind könnte seiner Meinung nach auch die US-Geldpolitik liefern, profitierte doch der S&P 500 in der Vergangenheit merklich und über einen längeren Zeitraum hinweg von US-Leitzinssenkungen, die außerhalb von Rezessionsphasen stattfanden. An den aktuell schwierigen fundamentalen Rahmenbedingungen ändere indes auch diese historische Erfahrung nichts. (jh)