Der Staatliche Pensionsfonds Norwegens soll den Anteil seiner Aktien im Gesamtportfolio erhöhen. Das empfiehlt eine Expertenkommission in einem Bericht, wie die "Financial Times" schreibt. Der Fonds ist der größte der Welt: Er verwaltet knapp 880 Milliarden US-Dollar und besitzt rein rechnerisch einen Anteil von 1,3 Prozent an jedem börsennotierten Unternehmen weltweit.

Bisher seien etwa 60 Prozent des Fondsvermögens in Aktien investiert, 35 Prozent in Anleihen und fünf Prozent in Immobilien. Nun soll der Anteil der Aktien auf 70 Prozent erhöht werden. Würde das umgesetzt, müsste der Fonds etwa 88 Milliarden US-Dollar aus Anleihen in Aktien umschichten. Die vom norwegischen Finanzministerium eingesetzte Expertenkommission begründet ihren Vorschlag mit den extrem niedrigen Zinsen; das höhere Risiko auf dem Aktienmarkt sei "akzeptabel".

Der Fonds wird vor allem aus Ölverkäufen gespeist. Momentan darf die norwegische Regierung jährlich bis zu vier Prozent des Volumens für ihren Haushalt einplanen. Die niedrigen Zinsen und der im Mehrjahresvergleich niedrige Rohölpreis erschweren es aber, eine ebenso hohe Rendite zu erwirtschaften, um das Fondsvolumen konstant zu halten. Die Autoren des Berichts gehen sogar davon aus, dass die Rendite in den nächsten 30 Jahren auf durchschnittlich 2,3 Prozent fallen könnte. (jb)