Europas Aktienmärkte stehen nach Einschätzung des Vermögensverwalters Alken Asset Management vor einer strukturellen Neubewertung. Nicolas Walewski, Anlagechef von Alken, spricht von einer "Renaissance europäischer Aktien" basierend auf einer Kombination aus attraktiven relativen Bewertungen, zunehmenden fiskalischen Impulsen und unternehmensspezifischen Wachstumstreibern.

Neue Chancen statt alter Probleme
Das ändert seiner Meinung nach das Umfeld für europäische Aktien grundlegend: In der Vergangenheit sei Europa häufig mit politischer Fragmentierung, regulatorischen Hürden und uneinheitlicher Fiskalpolitik konfrontiert gewesen. Nun aber könnten Reforminitiativen, steigende Investitionsprogramme und eine stärkere internationale Diversifikation nach Ansicht von Walewski neue Chancen für Investoren schaffen.

Bewertungen mit Aufholpotenzial
Im internationalen Vergleich notieren europäische Aktien zudem weiterhin auf einem attraktiveren Bewertungsniveau als andere große Regionen, sagt der Anlagechef. Zudem weisen sie historisch höhere Dividendenrenditen auf, was langfristig eine solide Grundlage für nachhaltige Gesamterträge schafft. "Europa vereint Qualität mit Komplexität, und genau darin liegen die Chancen", sagt Walewski. "Wer bereit ist, differenziert zu analysieren und jenseits der gängigen Marktmeinungen zu investieren, findet derzeit zahlreiche unterbewertete Unternehmen mit strukturellem Wachstumspotenzial."

Für 2026 erwartet er kein homogenes Marktumfeld, wohl aber ein chancenreiches für Investoren mit selektivem Fokus. "Entscheidend ist nicht die Region als Ganzes, sondern die Identifikation einzelner Unternehmen mit klaren Wettbewerbsvorteilen und nachhaltigem Ertragspotenzial", so Walewski. (jh)