Das neue Jahr hält für Anleger viele gute Nachrichten bereit. Die Fronten im Handelskrieg haben sich entspannt, die Finanzierungsbedingungen sind günstiger geworden und auch im Fertigungssektor deutet sich eine Stabilisierung an. Darren Williams, Chefvolkswirt bei AllianceBernstein (AB), warnt trotzdem vor zu viel Euphorie. Zwar hat auch er zuletzt seine globale Wachstumsprognose von 2,2 Prozent im Dezember auf 2,4 Prozent nach oben korrigiert. "Die wesentlichen Eckpunkte unseres Ausblicks bleiben aber unverändert – und es gibt Gründe zur Vorsicht", warnt Williams.

So bleibt das konjunkturelle Umfeld nach wie vor angespannt. Es sei zwar richtig, dass sich viele wichtige Indikatoren des verarbeitenden Gewerbes stabilisiert haben – jedoch auf einem Niveau, dass darauf hindeutet, dass das Produktionswachstum schrumpfen dürfte. Auch das Umfeld bleibt herausfordernd: Verschuldung, demografische Faktoren, schleppendes Produktivitätswachstum, Populismus und Geopolitik belasten die Investitionen.

Volatilität bleibt erhalten
Besonders gut zeigt sich das in den USA. Die Folgen des Handelskriegs und wachsende politische Unsicherheit negieren zunehmend die positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt und die günstigen Finanzierungsbedingungen. Der zuvor stets eindeutig positive Ausblick für die US-Wirtschaft hat daher zuletzt Risse bekommen. Hinzu kommt: "Der Handelskonflikt schwindet zwar als Risikofaktor, doch nun sorgen die jüngsten Entwicklungen im Nahen Osten für Unsicherheit und könnten die globale Wirtschaft und die Finanzmärkte gefährden", sagt Williams. Für den Experten steht fest: Volatilität bleibt auch 2020 bestehen und wird sowohl das Wirtschaftswachstum als auch die Finanzmärkte in Mitleidenschaft ziehen. (fp)