Auch wenn die Entwicklung an den Kapitalmärkten derzeit allen Grund zur Sorge gibt, sollten Investoren einen kühlen Kopf bewahren. "Der größte Fehler ist es, sich der allgemeinen Hektik anzuschließen", sagte Jörg de Vries-Hippen, Europa-Aktienchef bei Allianz Global Investors (AGI) im Gespräch mit dem "Handelsblatt". Denn wer sich jetzt aus Angst von seinen Aktien trennt, kann später nicht profitieren, wenn es wieder bergauf geht. "Timing ist aktuell kaum möglich. Den Tiefpunkt werden Sie nicht erwischen."

Diese Leitsätze versucht die Fondsgesellschaft auch in ihrem täglichen Geschäft zu berücksichtigen. Zwar hätten die Fondsmanager zuletzt die Bargeldquoten in ihren Fonds angehoben, prinzipiell "sind wir aber nur in Unternehmen investiert, von denen wir viel halten", erklärte der AGI-Stratege der Zeitung. Derzeit hielten sich die Abflüsse aus Aktienfonds in Grenzen.

Mit jeder Krise altert man zehn Jahre
Das Problem seien weniger die langfristig orientierten Aktieninvestoren als vielmehr solche, die nicht in der Anlageklasse Aktien "zu Hause" sind. De Vries-Hippen schmerzt, wie Aktien runtergeprügelt werden, die vor zwei Monaten noch alle toll fanden. Für die Sorge der Investoren hat der Europa-Chef zwar grundsätzlich Verständnis, denn "mit jeder Krise altert man gefühlt um zehn Jahre." Trotzdem dürfe man sich nicht verunsichern lassen, sonst drehe man durch. (fp)