Allzeithoch: Kupfer geht nach Trumps Zollankündigung durch die Decke
Donald Trump schockt die Rohstoffmärkte mit einem 50-Prozent-Zoll auf Kupferimporte. Während der Preis an der New Yorker Comex auf ein Allzeithoch springt, fällt der Referenzkurs an der Londoner Metallbörse. Analysten warnen vor Volatilität – und sehen den Markt 2025 vor einem Wendepunkt.
US-Präsident Donald Trump hat die Metallmärkte erneut aufgeschreckt – mit der Ankündigung eines drastischen Importzolls von 50 Prozent auf Kupferlieferungen. Die Reaktion ließ nicht lange auf sich warten: Ein Rekordpreissprung an der New York Commodities Exchange (Comex) und ein gleichzeitiger Rückgang beim globalen Referenzpreis der London Metal Exchange (LME) zeigen die tiefe Verunsicherung.
Trump setzt auf nationale Metallproduktion
Die Abgabe ist das jüngste Kapitel in einem ohnehin volatilen Jahr für Industriemetalle. Trumps erklärtes Ziel: die Förderung von Bergbau und Metallverarbeitung in den USA. Bereits zuvor hatte er Zölle auf Stahl und Aluminium erhöht. Weitere Untersuchungen zu Zöllen auf andere Metalle laufen bereits.
"Wendepunkt für den Kupfermarkt 2025"
Seit Februar – als Trump erstmals mögliche Zölle auf Kupfer andeutete – wurden weltweit Rekordmengen in die USA verschifft, um potenziellen Abgaben zuvorzukommen. Der nun angekündigte 50-Prozent-Zoll, der innerhalb weniger Wochen greifen soll, dürfte diesen Effekt abrupt stoppen.
"Dies ist ein Wendepunkt für den Kupfermarkt 2025, denn die unmittelbar bevorstehende Einführung der angekündigten Zölle dürfte das Zeitfenster für weitere nennenswerte Lieferungen in die USA abrupt schließen", schrieben Analysten der Citigroup.
Preissprung in New York – Rückgang in London
Die unmittelbare Marktreaktion spiegelte ein erwartetes Angebotsdefizit in den USA wider – während der Weltmarkt gut versorgt bleibt. An der Comex schnellten Kupferkontrakte auf ein nie dagewesenes Niveau und notierten 25 Prozent über dem LME-Kurs.
Am Dienstag (8.7.) kletterte der Comex-Kupferpreis zeitweise um 17 Prozent auf ein neues Allzeithoch. Am Mittwoch (9.7.) folgte eine Korrektur um über vier Prozent. An der LME ging es parallel um bis zu 2,4 Prozent nach unten. In Singapur fiel der Preis am Mittwochmorgen auf 9.722 US-Dollar je Tonne – ein Minus von 0,7 Prozent zum Vortag.
Analysten erwarten starke Schwankungen
"Die Zollanhebung ist kurzfristig ein belastender Faktor für die Kupferpreise an der LME", erklärte Yongcheng Zhao von Benchmark Mineral Intelligence. "Wir rechnen mit anhaltender Volatilität bis zum Inkrafttreten des Zolls – gefolgt von einem möglichen starken Preisrückgang."
Trotz der kurzfristigen Turbulenzen bleibt die langfristige Perspektive für Kupfer positiv. Gründe sind der steigende Bedarf durch Datenzentren, E-Mobilität und Energiewende-Projekte. Die Umstellung auf Erneuerbare-Energie- und Transportsysteme erfordert deutlich mehr Kupfer als aktuell produziert wird. (mb/Bloomberg)
















