Die Zeiten hätten turbulenter kaum sein können. Die russischen Truppen standen längst bereit, um ihren Angriffskrieg gegen die Ukraine zu starten, als Vincent Mortier Mitte Februar von seiner Beförderung zum Chief Investment Officer von Amundi erfuhr. Wirklich Zeit zum Feiern blieb dem Franzosen, der bereits seit 2015 in den Diensten von Europas größtem Asset Manager steht, jedenfalls nicht. Denn nur eine Woche nach seinem Antritt in neuer Rolle hat sich seine Gesellschaft angesichts der immer bedrohlicher werdenden Situation im Zusammenhang mit dem Aufmarsch russischer Truppen an den Grenzen zur Ukraine zu ersten Sicherungsmaßnahmen entschlossen. Die gesamten Rubel-Bestände wurden verkauft, zusätzliche Absicherungen wurden in die Portfolios eingezogen.

Auch wenn sich inzwischen die Dramatik des Geschehens vor Ort trotz des nach wie vor unvorstellbaren Leids der dort lebenden Menschen etwas gelegt hat, ist es bis heute so gut wie unmöglich, abschließend zu beurteilen, wie die Situation sich weiter entwickeln wird. "Ich glaube sogar, dass wir Gefahr laufen, die insbesondere für Europa wirklich tiefgreifenden geopolitischen Konsequenzen, die sich aus den kriegerischen Auseinandersetzungen noch ergeben werden, zu unterschätzen", erklärt der Stratege, den wir für die aktuelle Heftausgabe von FONDS professionell zu seinen Erwartungen in Bezug auf Konjunktur, Inflation und Zinsen, aber auch zur Politik der Notenbanken befragt haben, im Interview. (hh)


Das vollständige Gespräch finden Leser in Ausgabe 2/2022 von FONDS professionell, die in diesen Tagen deren Briefkästen erreicht. In der Bilderstrecke oben haben wir zentrale Aussagen aus dem Interview mit Vincent Mortier zusammengetragen.