Anleger sollten mit China-Investments nicht zu lange warten, sagt Angelo Corbetta, Head of Asia Equity bei Amundi. Im Handelsstreit mit den Vereinigten Staaten zeichnen sich seiner Einschätzung nach große Fortschritte ab: "Wir erwarten, dass eine Art bedingtes Abkommen erreicht wird." Gleichzeitig hat Peking die Wachstumsverlangsamung, die mit dem Umbau der chinesischen Wirtschaft einhergeht, unter Kontrolle. Und: "Was die Geldpolitik betrifft, gibt es eine deutliche Lockerungstendenz und viel Spielraum für mögliche Leitzinssenkungen", so Corbetta.

Die positive makroökonomische Entwicklung spiegelt sich im chinesischen Aktienmarkt bislang kaum wider, sagt der Amundi-Experte. Das zeigt sich in den immer noch günstigen Bewertungen. "In Anbetracht der aktuellen Haltung der Fed und der besseren Stimmung in den Schwellenländern generell gehen wir davon aus, dass das erste Halbjahr 2019 gute Einstiegszeitpunkte für Investoren bieten könnte", erklärt Corbetta.

Yuan-Stärke würde die Aktienkurse treiben
Als derzeitige Haupttreiber des chinesischen Aktienmarktes nennt der Asien-Spezialist die Währungsentwicklung und die Verhandlungen um den freien Handel, die sich wiederum auf die chinesische Währung auswirken. "Der Aktienmarkt könnte von einem stabilen oder sogar stärkeren Yuan profitieren, den wir nach erfolgreichen Verhandlungen erwarten", so Corbetta. Der Wechselkurs dürfte sich bis Ende des Jahres ungefähr bei 6,7 Yuan je US-Dollar halten.

Unter den chinesischen Aktienindizes bevorzugt Corbetta jetzt den Hang Seng China Enterprises HSCEI. "Aufgrund seines höheren Engagements in Finanzwerte, die sich 2018 schlecht entwickelt haben, sieht dieser derzeit günstiger aus als der MSCI China", sagt er. Auf fundamentaler Ebene könnten sich hohe Eigenkapitalrenditen und hohe Dividendenrenditen positiv auswirken. Größtes Risiko bleibt die inländische Konjunktur. Anleger sollten die laufende Berichtssaison in China im Auge behalten, rät Corbetta. (fp)