Bis zum 27. September muss Italiens Regierung in Brüssel einen Entwurf für ihr künftiges Haushaltsbudget vorlegen. "Das dürfte spannend werden", sagt Sergio Bertoncini, Italien-Analyst bei Amundi. Er hält drei Szenarien für möglich. Das erste ist ein sehr schlankes Programm mit einer Pauschalsteuer für Kleinunternehmen und einer Neutralisierung der Mehrwertsteuererhöhung. In diesem Fall läge Italiens Haushaltsdefizit wohl bei 1,9 Prozent.

Zweites Szenario ist die Umsetzung einiger Wahlversprechen von Lega Nord und Fünf-Sterne-Bewegung, etwa eine moderate Form des Grundeinkommens. Das Haushaltsdefizit läge dann bei 2,5 Prozent. Szenario Nummer drei: Alle Maßnahmen aus dem Regierungsvertrag werden auf einen Schlag umgesetzt. In diesem Fall würde das Haushaltsdefizit voraussichtlich auf 5,8 Prozent steigen.

Es bleibt unsicher
Je nachdem, welches Szenario eintritt, dürften sich auch die Risikoaufschläge für italienische Staatsanleihen anders entwickeln. Zuletzt zeigten sie sich in erster Linie volatil, zwischen Anstieg und Stabilisierung. "Nach dem 27. September werden wir mehr Klarheit über die Zukunft der italienischen Staatsfinanzen haben", sagt Amundi-Analyst Bertoncini. Allerdings wird sich das Absegnen des Haushaltsentwurfs noch bis Ende Oktober hinziehen. (fp)