Die Hitze der vergangenen Monate macht nicht nur Landwirten und Nahrungsmittelherstellern zu schaffen. Auch die globalen Rentenmärkte leiden unter einer Art Sommertrockenheit, sagt Eric Brard, Leiter Fixed Income bei Amundi. Die Auswirkungen machen sich je nach Region und Anlageklasse unterschiedlich bemerkbar. "In der aktuellen Situationen kann es sinnvoll sein, Liquiditätsreserven zur Seite zu legen, um eventuelle Preisverwerfungen in den kommenden Wochen für sich zu nutzen", sagt der Anlageprofi. Vor allem bei Staatsanleihen rechnet er mit stärkeren Schwankungen.

Derzeit drückt die Angst vor einem Handelskrieg die Renditen von Staatspapieren aus vielen Industrieländern und verstärkt ein Auseinanderdriften der Märkte. In den USA bewegt sich die Rendite zehnjähriger Papiere auf einem hohen Niveau. Die Inflation ist zwar bislang noch moderat. "Der fiskalische Stimulus erhöht aber das Risiko einer Überhitzung, was durch einen weiteren Rückgang der Arbeitslosenquote noch verstärkt werden könnte", warnt Brard.

Volatilität in Emerging Markets nutzen
Anleihen aus Schwellenländern erholen sich allmählich von ihren Problemen im Juni. Grund für die Erholung ist die Stabilisierung des US-Dollars, aber auch die Tatsache, dass die Kapitalabflüsse nicht so hoch ausgefallen sind wie befürchtet. Auf dem aktuellen Niveau sind Emerging-Markets-Staatsanleihen zwar günstig, aber die Marktstimmung ist fragil und die Liquidität niedrig. "Kurzfristig sind wir weiterhin vorsichtig", sagt Brard. "Langfristig gibt es aber durchaus Möglichkeiten für Investoren, die jüngsten Korrekturen für sich zu nutzen." (fp)