Die Teuerungsrate dürfte infolge der Covid-19-Krise bald deutlich anziehen. Das prognostiziert Amundi-Chefanlagestratege Pascal Blanqué in einem aktuellen Bericht. Er rechnet im Zuge der Pandemie mit einem finanzpolitischen Umbruch: "Covid-19 ist der Sturm, der eine neue Ära einleiten wird", sagt er. "Investoren sollten sich auf ein zuerst deflationäres und dann inflationäres Umfeld einstellen."

Blanqué vergleicht die heutige Situation mit den 1970er Jahren, die von hohen Staatsschulden und einer steigenden Inflation geprägt waren. Ähnlich wie jetzt reizten Notenbanken und Regierungen damals ihre Möglichkeiten zum Ankurbeln der Wirtschaft so weit wie möglich aus. Infolge der aktuellen geld- und fiskalpolitischen Maßnahmen rechnet Blanqué auch in der laufenden Krise mit einer höheren Staatsverschuldung und einem Preisauftrieb: "Deglobalisierung und Rezession, ausgelöst durch einen Nachfrageschock und einen Angebotsschock, könnten einen Anstieg der Inflation auslösen", erklärt er.

Investoren müssen umdenken
Vorausschauenden Anlegern empfiehlt der Amundi-Experte einen Strategiewechsel. Wer noch Renditen im Fünf-Prozent-Bereich erzielen will, sollte sein Portfolio breiter diversifizieren, so der Anlageprofi: "Chancen bieten sich wahrscheinlich insbesondere in Märkten, in denen Ineffizienzen bestehen, wie Anleihen, Schwellenländer, Small-Mid-Caps oder ESG." Außerdem rät er, auf Vermögenswerte wie Rohstoffe, Gold, Immobilien oder Infrastruktur zu setzen. Diese haben sich während der Inflation in den 1970er Jahren besser bewährt als Anleihen und Aktien. (fp)