Hochzinsanleihen erfreuen sich unter Investoren derzeit großer Beliebtheit – zu Recht, sagt Kenneth J. Monaghan, Co-Direktor des High-Yield-Bereichs bei Amundi. Unternehmen können sich dank der anhaltenden Niedrigzinsen weiterhin zu geringen Kosten refinanzieren. Das führt dazu, dass die Ausfallraten unter ihrem historischen Durchschnitt liegen, erklärt Monaghan. Zugleich können sich die Erträge von Hochzinspapieren sehen lassen: Eine US-amerikanische Anleihe mit "BB"-Rating wirft derzeit eine Rendite von etwa 3,8 Prozent ab. Zinspapiere mit dem noch niedrigeren "B"-Rating rentieren mit knapp 5,5 Prozent.

Auch im laufenden Jahr rechnet der High-Yield-Experte mit vergleichsweise wenigen Ausfällen im Hochzinssegment. Er sieht deshalb "keinen Grund, in die Defensive zu gehen und das Segment mit 'BB'-Rating überzugewichten" – also auf Anleihen mit etwas geringerem Risiko und damit etwas niedrigerer Rendite auszuweichen. Seit der Jahrtausendwende ist der Hochzinsmarkt in Europa und in den Schwellenländern stark gewachsen, inzwischen macht er dem US-Markt Konkurrenz. Dadurch habe sich das Anlageuniversum für Investoren vergrößert, erklärt Monaghan.

Volatilität am Hochzinsmarkt nimmt zu
Gerade im Vergleich zu den USA haben Hochzinsanleihen aus Europa laut Monaghan Vorteile: Sowohl Papiere mit der Note "BB" als auch mit "B"-Bewertung bieten attraktive Risikoaufschläge. Anleger sollten allerdings im Hinterkopf behalten, dass die Märkte volatiler geworden sind und die Wahrscheinlichkeit eines Abschwungs zuletzt gestiegen ist, mahnt der Amundi-Experte. Investments in besonders hoch verzinste "CCC"-Anleihen könnten deshalb zu riskant sein. (fp)