Immer wieder tappen Privatanleger in die Falle von Betreibern dubioser Handelsplattformen im Internet. Dabei investieren sie ihr Vermögen nur scheinbar in hochriskante Finanzinstrumente – in Wahrheit stecken sich die Betrüger hinter den Plattformen das Geld in die eigene Tasche. Die vorgeblichen Trader agieren häufig von Südosteuropa aus. Im Oktober ist deutschen Behörden erneut ein Schlag gegen diesen Zweig der organisierten Kriminalität gelungen, schreibt die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ). Nach Angabe der Zentralstelle Cybercrime Bayern (ZCB) und bayerischen Polizeibehörden gelang in Zusammenarbeit mit der lokalen Polizei am 19. Oktober die Festnahme von elf Personen in Georgien und Israel.  

Die acht Männer und drei Frauen im Alter zwischen 27 und 47 Jahren sollen der Führungsgruppe einer weltweit tätigen kriminellen Trader-Organisation angehören. Mit der Masche haben sie laut Schätzungen mindestens einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag erbeutet. Ausgangspunkt für den Ermittlungserfolg sei die Strafanzeige eines Privatanlegers aus der Oberpfalz gewesen, der im Oktober 2018 Geld über die Plattform "GetFinancial" investiert hatte, wie die "FAZ" berichtet. Daraufhin ermittelten die Behörden gegen die Betreiber eines Callcenters in Georgien.

Auslieferung beantragt
Nun will die ZCB laut dem Bericht die beiden Länder um die Auslieferung der Festgenommenen ersuchen. Schon vor zwei Wochen war nach Ermittlungen von Polizei und Staatsanwälten aus Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern ein Betrug im großen Stil aufgedeckt worden. Es gelang, internationale Drahtzieher der Plattform "Fx-Leader" hochzunehmen, der zehntausende Oper aufgesessen sein sollen. (fp)