Anlagechefin sieht gute Aktienchancen außerhalb der USA
Seit Jahresbeginn haben etliche Aktienmärkte die wichtigsten US-Indizes outperformt. Nuveen-Anlagechefin Saira Malik glaubt, dass Anleger dieses erweiterte Anlagespektrum nutzen sollten – für mehr Diversifikation und bessere Rendite.
US-Aktien stehen aufgrund des KI-Booms international im Fokus. Doch auch außerhalb der USA ließen sich zuletzt attraktive Gewinne erzielen. Nuveen-Anlagechefin Saira Malik erklärt, warum sie große Stücke auf Aktien der Eurozone, Japans und auch der Schwellenländer hält und warum diese einen Mehrwert fürs Portfolio bringen.
Internationale Top-Performer übertreffen US-Indizes
Klar ist: Trotz des Hypes um die großen US-Technologiekonzerne haben einige internationale Aktienmärkte den US-Index S&P 500 und den Nasdaq Composite seit Jahresanfang sogar übertroffen. "Unser Blick auf Aktien außerhalb der USA ist konstruktiver geworden", sagt Malik. Sie bevorzugt derzeit die Aktienmärkte ausgewählter Industriestaaten. Aber auch Schwellenländer-Aktien sieht sie zunehmend positiv. Denn parallel zur KI-Story gewinnen weitere Anlagethemen an Bedeutung, die für einen breiteren und differenzierteren Ansatz sprächen. Dazu kommen Bewertungsaspekte: "Aktien außerhalb der USA werden weiterhin mit einem Abschlag gegenüber US-Titeln gehandelt", so Malik.
Eurozone profitiert von staatlichen Investitionen
Für interessant hält sie vor allem Aktien der Eurozone. Staatliche Investitionen in Verteidigung, Infrastruktur und Stromnetze dürften ihrer Meinung nach die Konjunktur und die Unternehmensgewinne stützen. Besonders optimistisch ist die Nuveen-Anlagechefin hier für Finanzwerte, Industrie- und Rohstofftitel. Gerade Banken mit starken Kapitalquoten könnten von Aktienrückkäufen und höheren Zinsen profitieren. Eine mögliche Vereinbarung zwischen den USA und Iran zur Wiederöffnung der Straße von Hormus würde zudem einen Belastungsfaktor für die Märkte beseitigen.
Japan mit mehreren Wachstumstreibern
Japan bietet laut Malik ebenfalls eigenständige, attraktive Chancen. Mehr als zwei Drittel des erwarteten Gewinnwachstums dürften nach Einschätzung der Expertin aus drei Bereichen kommen: Finanzunternehmen, die von steigenden Zinsen profitieren, Industrieunternehmen mit Bezug zu Automatisierung und KI-Lieferketten sowie Unternehmen aus dem Konsumsektor. Steigende Reallöhne und Reformen der Corporate Governance könnten sowohl die Konsumnachfrage als auch die Interessen der Aktionäre stärken. Ein weiterer Pluspunkt für japanische Unternehmen ist laut Malik der schwache Yen: "Er verbessert die Wettbewerbsfähigkeit japanischer Exporte auf den internationalen Märkten und kann damit die Gewinne exportorientierter Unternehmen stützen."
Eine breitere internationale Diversifikation ergibt ihrer Meinung nach Sinn als Alternative zur starken Konzentration auf US-Technologiewerte. Malik: "Die KI-Story bleibt intakt – gleichzeitig gewinnen andere Regionen und Wachstumstreiber an Bedeutung." (jh)














