Die Corona-Pandemie hat an den Kapitalmärkten und in der Realwirtschaft für Unruhe gesorgt. Sicher scheint nur, dass es in diesem Jahr zu einer schweren Rezession kommen wird und dass sich die Börsen erst nachhaltig erholen werden, wenn ein Impfstoff oder ein entsprechendes Medikament gefunden ist. Dyrk Vieten, Sprecher der Geschäftsführung der unabhängigen Vermögensverwaltung Ficon, sieht in der gegenwärtigen Lage aber auch Vorteile. "Investoren haben aktuell die seltene, vielleicht einmalige Chance, zu fairen Preisen 'langweilige' Cash-Flow-Aktien und säkuläre Wachstumsaktien extrem günstig zu kaufen."

Natürlich gelte auch weiterhin die Regel, dass man den besten Zeitpunkt, um einzusteigen oder zuzukaufen, nicht findet. Die Börsengeschichte aber zeige, dass die Aussicht auf einen Aufschwung nach der Corona-Krise nicht Hoffnung oder Wunschdenken ist, sondern Erfahrung. "Der langfristige Chart des amerikanischen Aktienmarktes beispielsweise zeigt, dass sich über die Zeit immer alle Kursrückgänge ausgeglichen haben", sagt Vieten. Und Krisen gab es in den vergangenen Jahrzehnten mehr als genug: So hat sich der US-Index Dow Jones von seinem tiefsten Stand in der Finanzkrise am 6. März 2009 bis Februar 2020 auf 29.000 Punkte mehr als vervierfacht. Auch nach den Ölkrisen sowie den Terroranschlägen vom 11. September 2001 gab es jeweils deutliche Erholungen.

Es gibt ein Leben nach Corona
Auch Epidemien hatten in der Vergangenheit immer nur heftige, aber jeweils begrenzte Wirkung. "Es ist nachgewiesen, dass Aktienmärkte Massenerkrankungen bislang immer relativ schnell weggesteckt haben", sagt der Anlageprofi. Zwar seien die Folgen der Corona-Pandemie im Vergleich zu Mers oder der Schweinegrippe weitreichender, auch in die Realwirtschaft hinein. Aber es gebe auch ein Wirtschafts- und Börsenleben nach dem Virus. Anleger könnten sich durch gezielte Zukäufe auf diese Phase vorbereiten. "Sie sollten die Chancen nutzen und jetzt in interessante und günstig bewertete Titel investieren, um neue Opportunitäten an wieder steigenden Märkten zu erhalten." (fp)