Da warnt man und warnt man, und auf lange Sicht geht es an den Börsen trotzdem munter aufwärts. Auch die jüngsten Verluste wie bei diversen Kryptowährungen dürften kaum der Beginn des Mega-Crashs sein, den Untergangspropheten seit Jahren bei Aktien herbeizureden versuchen, erklärt Marc-Oliver Lux von Dr. Lux & Präuner in München. "Die starke Markterholung seit einem Jahr straft die Ankündigungen vom Zusammenbruch des Finanzsystems ohnehin Lügen", sagt er. "Wer vor rund einem Jahr trotz Corona-Crash ganz emotionslos in Aktien investiert hat, kann sich inzwischen über ein sattes Plus freuen."

Die Corona-Erholung sei mittlerweile unter Crashpropheten zur "meistgehassten Rally aller Zeiten" avanciert, sagt der Vermögensprofi. Schließlich standen die Chancen für einen Mega-Zusammenbruch mit Langzeitwirkung selten so gut – und doch blieb die Katastrophe aus. Durchweg rosarot ist die Lage trotzdem nicht: "Natürlich wird die Börsenluft dünner. Es brodelt unter der Oberfläche", räumt Lux ein. In den USA werden so viele Aktien auf Kredit gekauft wie lange nicht, Trading-Plattformen werden von unerfahrenen Kleinanlegern überrannt, und soziale Medien befeuern Spekulationsblasen in Teilen des Marktes. "Das sind Exzesse, wie man sie vom Ende eines Booms kennt", sagt Lux.

Kein Ende in Sicht
Marktbeobachter erwarten für die kommende Zeit Rückschläge an den Börsen. "Dennoch: Man darf nicht zu pessimistisch sein", sagt Lux. "Denn die große Marktskepsis der Marktteilnehmer ist auch das Futter für weiter steigende Kurse." Noch immer wartet viel Liquidität an der Seitenlinie darauf, endlich investiert zu werden. "Die Sommermonate könnten daher zwar volatiler werden, aber der Anfang vom Ende ist noch nicht in Sicht", ist der Anlageexperte überzeugt. Die anhaltenden Unterstützung der Notenbanken und die fortschreitende Konjunkturerholung sprechen seiner Einschätzung nach dafür, dass die Hausse noch eine Weile andauert. "Da kann es eigentlich nur heißen: Volle Fahrt voraus!" (fp)