Wenn die Märkte einbrechen, denken Anleger als Letztes an Gewinne. Vielen geht es jetzt darum, Vermögen abzusichern. Doch das ist möglicherweise zu kurz gedacht, sagt Michel Schwarz, Chefanlagestratege beim Münchener Vermögensverwalter Corum: "Herkömmliche Strategien haben den Nachteil, dass sie lediglich Verluste begrenzen." Das gelte etwa bei Absicherungsmethoden über Stopp-Loss-Marken oder den Kauf von Discount-Zertifikaten. "Mit der richtigen Absicherung ist sogar bei stark fallenden Kursen eine positive Performance drin“, erklärt der Experte.

Schwarz ist kein großer Anhänger traditioneller Hedging-Methoden: "Die Stopp-Loss-Strategie sorgt zudem dafür, dass Anleger beim Erreichen der Schwelle die betroffenen Aktien automatisch verkaufen. Dreht der Kurs kurz darauf nach oben, verpassen sie in der Regel den richtigen Zeitpunkt zum Wiedereinstieg und damit einen großen Teil der Erholung", sagt er. Ratsamer sind aus seiner Sicht gestaffelte Strategien mit Put-Optionen. "Diese Verkaufsoptionen erlauben es, von fallenden Kursen zu profitieren. Die Put-Strategie sichert einen fallenden Markt ohne Verzögerung ab. Geht der Kurs nach unten, schnellt der Wert des Puts nach oben", erläutert Finanzberater Schwarz. 

Cash-Positionen aufbauen
Statt aus dem Markt auszusteigen, werden zur Absicherung mehrfach Put-Optionen gekauft, etwa auf den Dax oder den US-amerikanischen Marktindex S&P 500. "Die Absicherung gegenüber dem breiten Markt ist sinnvoll, da sie das Roulettespiel vermeidet, Prognosen über die Entwicklung einzelner Unternehmen treffen zu müssen", sagt Schwarz.  Bei jedem Rückschlag der Aktienindizes werden die Puts dazu mit Gewinn verkauft. "Diese Zusatzerträge sichern nicht nur das Depot ab. Sie erlauben es, parallel dazu eine Cash-Position aufzubauen. Mit dieser können Kursrückschläge zum Nachkaufen oder Neueinstieg genutzt werden", sagt Michel Schwarz. (fp)