Jahresendrallys haben Anleger schon oft gesehen, doch nach den Erfahrungen von 2018 geht derzeit eher die Sorge vor einem neuerlichen Jahresendcrash um. Experten sind allerdings zuversichtlich, dass es dieses Mal anders, sprich: besser läuft: "Der entscheidende Faktor, der das vierte Quartal 2019 deutlich von 2018 abgrenzen könnte, ist die Notenbankpolitik der US-amerikanischen Fed sowie der Europäischen Zentralbank", sagt Andreas Schyra, Vostand der Privaten Vermögensverwaltung AG.

Der Experte bezieht sich auf die wieder expansiver ausgerichtete Geldpolitik der beiden großen Notenbanken: Durch Zinssenkungen, erweiterte Wertpapierankäufe und Liquiditätsspritzen steht Anlegern weltweit günstiges Kapital zur Verfügung, und nachhaltige Zinssteigerungen seien weiterhin nicht absehbar. "Die günstigen Refinanzierungsmöglichkeiten haben zur Folge, dass Aktien auf der Suche nach positiven Renditemöglichkeiten nahezu alternativlos sind", sagt Schyra.

Gute Chancen für Schlussspurt
Daran würden dem Experten zufolge auch die zwischenzeitigen Rückschläge der vergangenen Wochen nichts ändern: "Das vierte Quartal begann zwar mit Kursverlusten nahezu sämtlicher global bedeutender Aktienindizes, doch die saisonalen Effekte können zum Jahresende wieder für deutlich freundlichere Entwicklungen sorgen und das derzeitige Kursniveau somit Einstiegsgelegenheiten bieten", sagt der Vermögensverwalter. "Sollten bis zum Jahresende nicht noch weitere, beispielsweise geopolitische Hiobsbotschaften aufkeimen und den Anlegern nicht erneut der Mumm ausgehen, sind die Chancen auf eine Jahresendrallye nicht die schlechtesten – obwohl die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen unverändert problematisch sind." (fp)