Gold verliert immer dann, wenn es am breiten Aktienmarkt rund läuft. Umgekehrt gewinnen Aktien, wenn der Goldpreis sinkt. Diesen Umstand können strategische Investoren sich zunutze machen, sagt Stephan Albrech, Vorstand der Vermögensverwaltung Albrech & Cie: "So lässt sich der Aktienmarkt wie auch der Goldmarkt langfristig deutlich schlagen“, sagt Albrech. 

Wie gegenläufig Gold und Aktien wertmäßig zueinander stehen, lasse sich etwa vom Jahr 1971 bis heute verdeutlichen: Von 1971 bis 1980 verzwanzigfachte der Goldpreis sich von rund 40 auf mehr als 800 US-Dollar, während der US-Aktienmarkt – versinnbildlicht durch den Leitindex S&P 500 – eine Baisse mit bis zu 50 Prozent Minus durchlebte. 

Quelle: Albrech & Cie

Zwischen den Jahren 1980 und 2000 legte der Aktienmarkt dann um rund 1.400 Prozent zu, während Gold bis zu 70 Prozent verlor. In Phase drei – zwischen 2000 und 2011 – gewann dann wieder das Edelmetall, während der Aktienmarkt abstürzte. "Seither sind wir in Phase vier, in der der Aktienmarkt führt und Gold schwächelt“, sagt Albrech.

Schwankungen zum Vorteil nutzen
Clevere Investoren können sich solche Schwankungen zunutze machen und davon profitieren, erklärt der Vermögensverwalter. Mit einer sehr langfristigen Strategie könnten sie den Großteil langjähriger Trends mitnehmen. "Der Grundgedanke, auf die stärkste Anlageklasse zu setzen, kann auch die Basis für eine noch erfolgreichere Momentum-Strategie sein“, so Albrech.

Dabei investieren Anleger in einen Indexfonds jener Anlageklasse, der nach den gewählten Parametern die stärksten Zugewinne verbucht: "Bezieht man neben Aktien und Gold auch Cash mit ein, gewährleistet dies, dass das Kapital an die Seitenlinie geht, wenn Aktien und Gold gemeinsam dauerhaft schwächeln – etwa bei stärkeren Zinserhöhungen.“

Grundsätzlich sei hier auf die Dosierung zu achten, meint Albrech. "Gold ist zu schade, um es mit nur fünf oder zehn Prozent ins Depot zu packen. Denn was nutzen Ihnen zehn Prozent, wenn 60 Prozent Ihres Geldes in eine Aktienbaisse rutschen? Dann kann Gold es auch nicht rausreißen", gibt der Experte zu bedenken. (fp)